Das Zuckerfest in der Aula besuchten rund 100 Gäste. Im Vordergrund stehe dabei die Vielfalt und nicht die Religion, sagte Djamen: Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen – nicht nur des Islam, der mit dem Zuckerfest jährlich den Fastenmonat Ramadan beendet. Djamen vergab den Integrationspreis der Stadt an die Jesidin Sari Slo. Die 40-jährige alleinerziehende Mutter von drei Kindern war vor fünf Jahren aus dem Irak nach Deutschland geflüchtet und lebt seitdem in Pattensen. „Slo nimmt an gefühlt allen Integrationsangeboten teil und unterstützt die Stadt dabei auch aktiv“, sagte Djamen.
Slo war angesichts der Ehrung den Freudentränen nahe. „Meinen Kindern und mir gefällt es hier in Pattensen. Ich helfe immer gerne mit, wenn ich kann“, sagte sie. Sie erhielt für ihre Familie einen Gutschein für einen eintägigen Besuch im Freizeitpark Rasti-Land. „Wir kümmern uns an diesem Tag um alles. Auch für den Transport ist gesorgt“, sagte Schumann.
Speisen gab es an dem Nachmittag beim Mitbringbuffet. Dort bediente sich auch Peter Winter, Vertreter der katholischen Kirche und Mitglied des Flüchtlingsnetzwerks. Das Netzwerk hatte 2025 erstmals ein Zuckerfest in der Stadt auf die Beine gestellt. „Ich bin aber froh, dass die Verantwortung dieses Jahr hauptsächlich in den Händen der Stadt lag. Die Organisation ist für unser Netzwerk doch sehr aufwendig“, sagte er. Er dankte Verwaltungsmitarbeiterin Anna Wegener, die neben Djamen den Hauptteil der Koordination des Festes übernommen hatte.
Zum Zuckerfest gekommen war auch Klaudia Uaidat, die mit ihrer Familie seit vier Jahren in Pattensen lebt. Die Muslimin hat 30 Tage tagsüber gefastet. „Das Zuckerfest am Ende des Ramadans ist eines der wichtigsten Feste in unserer Religion“, sagte sie. Viele muslimische Familien feierten es zu Hause. Doch Uiadat freute sich auch darüber, dass es in Pattensen eine öffentliche Veranstaltung dazu gibt.
Für die Unterhaltung sorgten an dem Nachmittag unter anderem mehrere Kindergruppen, darunter die Cheerleader „Volcanos“ des BSV Gleidingen. Am Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung wurde die „Bank der Vielfalt“ enthüllt, die zeitnah vor dem Rathaus aufgestellt werden soll. Schülerinnen und Schüler der KGS Pattensen hatten sie in der Woche gemeinsam mit dem Schlaumeier Club aus Laatzen gestaltet. Zu den Mitgliedern des Clubs zählen Hayat Hajjali und Hadi Zamat, die in der Woche in der Grundschule Pattensen und der Ernst-Reuter-Schule unter anderem über Alltagsrassismus gesprochen haben. „Auf der Bank der Vielfalt haben wir Handabdrücke in verschiedenen Farben aufgetragen. Das soll die Einigkeit in der Vielfalt zeigen“, sagte Hajjali.