An der benachbarten Ernst-Reuter-Schule (KGS) kommt es schon seit vielen Jahren in unregelmäßigen Abständen immer wieder zu Problemen. Erst vor knapp einer Woche tauchten an einer Fassade Schmierereien mit einem Hakenkreuz und zu verbotenen Organisationen auf. Doch wie kann die Stadt Pattensen dieser Lage Herr werden?
Immer wieder ist die Rede davon, dass das Gebäude idealerweise videoüberwacht werden sollte. Doch das ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht einfach so möglich. Eine weitere Option könnte das Einzäunen sein. Auch das ist immer wieder eine Forderung, doch die ist nicht gänzlich unumstritten.
„Der Zugang zum Campus für Externe muss insgesamt schwerer werden. Eine vollständige Umzäunung würde bereits helfen“, sagt CDU-Ratsfrau Stefanie Behrends. Allerdings: „Auch Zäune können kaputtgeschnitten werden. Dann hat die Stadt noch zusätzliche Kosten für die Reparatur“, sagt Pattensens Sprecherin Andrea Steding. „Wir müssen uns keine Illusion machen: Die klettern auch über einen Zaun“, sagt Steinfelder. Mit „die“ meint sie vorwiegend Jugendliche, die sich abends auf dem Schulgelände aufhalten. „Oftmals ist Alkohol im Spiel“, sagt Steinfelder. Das sei anhand der zersplitterten Flaschenreste zu erkennen.
Ein Zaun ist für KGS-Schulleiterin Mirjam Gerull ebenfalls keine Lösung. „Ein Zaun würde die vielen Nutzer des Schulgeländes, die sich gut verhalten, ebenfalls ausschließen“, sagt sie. „Gerade am Wochenende werden die Sportanlagen auch von Familien und Jugendlichen genutzt. Das Schulgelände ist wunderschön und gut ausgestattet für Bewegung und Sport“, erklärt die Schulleiterin.
Sollte ein Zaun Jugendliche tatsächlich vom Betreten abhalten, würde dies aber längst nicht das Problem lösen. „Jugendliche brauchen Orte für ihren Aufenthalt. Wo sollen sie in Pattensen sonst hin? Nur ein Zaun würde wahrscheinlich den Vandalismus in einen anderen Teil des Stadtgebiets verlagern“, sagt Gerull.
Weitere Probleme entstehen bei einem Zaun, etwa wie eine Zugangsberechtigung für die in der Woche und an den Wochenenden in den Turnhallen sporttreibenden Menschen geregelt werden könnte. Wer kontrolliert den Zugang? Oder wer bekommt womöglich einen Schlüssel? Und wie wird sichergestellt, dass dieser Schlüssel nicht weitergereicht wird?
Steinfelder wirft den Gedanken auf, ob die Polizei womöglich häufiger Streife fahren und das Gelände fußläufig erkunden kann. Doch angesichts der Personalknappheit und des zeitlich großen Aufwands scheint dies keine realistische Option zu sein. „Ob man das ganze Gelände vielleicht heller ausleuchtet, um Fremde besser abzuhalten? Oder könnten größere Schilder an der Zuwegung schon abschreckender wirken?“
Besser als eine Kontrolle scheint aber für die Schulvertreterinnen die Prävention zu sein. „Auf Blödsinn kommt man nur, wenn man Langeweile hat“, sagt Steinfelder. Das sieht auch Gerull so. Für sie gehört die Partizipation von Jugendlichen bei der Gestaltung ihrer Aufenthaltsbereiche dazu. „Jugendliche sind bereit, Verantwortung zu übernehmen“, sagt sie. Als wichtigsten Punkt benennt sie den Ausbau der offenen Jugendarbeit und das Schaffen niedrigschwelliger Angebote. Konkret meint sie damit lange Öffnungszeiten des Jugendtreffs an der Schule bis in den Abend, aktive Angebote für Jugendliche in der Stadt und auch Streetwork.