Die Energiekosten steigen – da prüfen viele Menschen, ob ihr bisheriges Heizsystem noch das richtige ist. Orientierung bietet dabei der Wärmeplan Hemmingen. Der aktuelle Stand der Diskussionen in Fragen und Antworten:
Warum ist der Wärmeplan besonders für Hausbesitzer wichtig?
Da Privatgebäude für mehr als ein Viertel des Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich sind, ist die Initiative der Besitzer gefragt. Sie sollten sich schon jetzt fragen: Wie heizen, wenn die jetzige Anlage nicht mehr funktioniert? Der Wärmeplan ist dabei nicht verpflichtend, sondern dient als Orientierung.
Was ist das Ziel des Wärmeplans?
Hemmingen möchte eine Wärmeversorgung sicherstellen, die kostengünstig und verlässlich ist und auf fossile Rohstoffe verzichtet. Das soll bis spätestens 2040 geschehen. Der Wärmebedarf soll um 27 Prozent gegenüber dem heutigen Status verringert werden.
Wie heizen die Hemminger Haushalte zurzeit?
Mehr als 80 Prozent heizen mit Gas und rund 10 Prozent mit Öl. Etwa ein Drittel der Heizungen in Hemmingen ist älter als 20 Jahre.
Auf manchen Reihenhausgrundstücken könnte es mit Wärmepumpen eng werden. Was tun?
Bürgermeister Jan Dingeldey (CDU) sagt, eine Möglichkeit wäre, mit Nachbarn eine gemeinsame Wärmepumpe zu betreiben. Denkbar wäre auch eine Quartiers-Wärmepumpe für Haushalte in einem größeren Bereich. Tun sich mehrere Hauseigentümer und -eigentümerinnen für eine gemeinsame Lösung zusammen, sollten diese die Stadtverwaltung ansprechen, dann prüfe sie, ob die Stadt eventuell eine Grünfläche zur Verfügung stellen kann. Dingeldey erklärt, er habe mit der Region Hannover gesprochen, deren Klimaschutzagentur nun rechtliche Fragen zum Standort von Wärmepumpen übergeordnet klärt. Ziel sei, dass sich nicht jede Kommune selbst mit diesen mitunter komplexen Fragen befassen müsse.
Welche sogenanntenKlimaschutzmanagerin Silke Nolting nennt Hemmingen-Ost mit dem Büntebad und der KGS als eines von drei Fokusgebieten. Dort gebe es schon ein Blockheizkraftwerk. Hinzu komme das bestehende Wärmenetz in Arnum-West mit dichter Wohnbebauung. Das dritte Areal sei das Gewerbegebiet in Hemmingen-Westerfeld und Devese, das einen hohen Wärmebedarf habe.
Warum hat der Fachausschuss des Rates in seiner jüngsten Sitzung nicht über den Entwurf des Wärmeplans abgestimmt?
Die CDU möchte noch intern beraten, dazu sei vor der Sitzung keine Gelegenheit gewesen, so die Christdemokraten. Dirk Fahlbusch (SPD) sagte, der Wärmeplan sei für jemanden, der seine Heizart verändern möchte, eine gute Orientierung dafür, „was er machen kann, wenn er es denn machen will“. Roman Binder (Grüne) bezeichnete den Planentwurf als „umfassend gut“. Das Ratsvotum ist für den 9. April vorgesehen.
Stichwort Digitaler Zwilling: Wird es beim Wärmeplan virtuelle Abbilder von Systemen geben, die deren Verhalten in Echtzeit simulieren und analysieren?
Dingeldey erläutert, die Verwaltung diskutiere zurzeit darüber, ob sie ihr Geoinformationssystem neu aufstelle. Dafür sei ein Upgrade der Software notwendig. „Wir sind aber noch nicht so weit, dass man das zeitnah umsetzen kann.“
Wo kann ich den Entwurf des Wärmeplans finden?
Das 140-seitige Dokument ist im Internet auf stadthemmingen.de abrufbar. Die Wärmeversorgungsgebiete sind auf waermeschmiede.de zu finden. Die Beratungsfirma Wärmeschmiede GmbH in Hannover hat den Entwurf des Hemminger Wärmeplans erstellt.