Mit Klassenzimmern im
Grünen und einem Weidentipi
Der Schulhof der Grundschule Pattensen wird klimafreundlich umgestaltet.Das Umweltprojekt startet in den Osterferien – zwei Jahre nach der Förderzusage durch die Region.

Pattensen. De r Schulhof der Grundschule Pattensen soll klimafreundlich werden – los geht es damit in den Osterferien. Die Region Hannover finanziert das Projekt mit 40.000 Euro. Das haben die Stadt, die Lehrkräfte, die Eltern sowie die Schülerinnen und Schüler gemeinsam geplant.

Manchmal benötigen auch vermeintlich kleinere Projekte eine lange Entwicklungszeit. Mehr als zwei Jahre nachdem die Region Hannover für die klimafreundliche Gestaltung des Schulhofs der Grundschule Pattensen eine Förderung von 40.000 Euro zugesagt hat, soll das Vorhaben jetzt in den bevorstehenden Osterferien endlich umgesetzt werden. Grund für die Verzögerung war laut der Stadtverwaltung unter anderem das „geringe Auftragsvolumen“. Erst nach zweimaliger Ausschreibung konnte die Neugestaltung des Schulhofs im vergangenen Jahr vergeben werden. Nur wenige Interessenten hatten sich für das Projekt beworben.

Pattensens Fördermittelmanager Felix Kostrzewa und die städtischen Planer haben die Zeit genutzt, um die Gestaltung eng mit den Lehrkräften, den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern abzustimmen. Die Kinder dürfen sich jetzt unter anderem auf zwei Klassenzimmer im Grünen mit Rundbänken und einer Bank-Tisch-Kombination freuen. Weiterhin werden mehrere Hochbeete angelegt und sechs Bäume gepflanzt: Sumpfweiden, Silberweiden und Zitterpappeln. Als weiterer schattiger Aufenthaltsort soll zudem ein Weidentipi aufgestellt werden. Dabei handelt es sich um eine Art Zelt, das aus Weidenruten geflochten wird.

Durch das Projekt sollen die Umweltbildung der Schülerinnen und Schüler gestärkt und das Umweltklima vor Ort verbessert werden. Aktuell sind große Teile des Schulhofs noch mit Steinen ausgelegt, die sich im Sommer stark aufheizen. Stadtsprecherin Andrea Steding hatte vor zwei Jahren schon gesagt, dass weder Ingenieure noch Mitglieder der Verwaltung oder die Schulleitung diesen Aspekt bei der Gestaltung des Schulhofs nach der Eröffnung des Grundschulneubaus Ende 2020 im Blick gehabt hätten.

Laut dem beauftragten Planungsbüro soll es aber auch gar nicht so leicht sein, größere Grünflächen auf dem Schulhof anzulegen. Aufgrund der direkten Sonneneinstrahlung im Sommer soll Rasen dort „kaum haltbar“ sein. So werde auch die vom Fördermittelgeber geforderte Entsiegelung der Flächen nur begrenzt umgesetzt. Pattensens Klimafolgenanpassungsmanagerin Anne Kautz zeigt sich etwas enttäuscht. „Ich hätte mir schon mehr entsiegelte Flächen gewünscht. Dennoch ist die Planung mit dem begrenzten Budget sehr gelungen“, sagt sie.

Die Stadt hatte bereits vor zwei Jahren mit einer Mischung aus Spenden und Eigenmitteln ein Sonnensegel auf dem Hof installiert, das seitdem für Schatten sorgt. Damit sei laut Stadtverwaltung der notwendige Eigenanteil an dem Projekt auch abgedeckt. Somit standen für die Gestaltung des Schulhofs jetzt ausschließlich die 40.000 Euro zur Verfügung. Schulleiterin Stephanie Pieper ist dennoch sehr zufrieden. Sie lobt die gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten. „Auch die Kinder haben sich bei der Planung engagiert beteiligt. Von ihnen stammt zum Beispiel die Idee, das Weidentipi aufzustellen“, sagt sie.

Der Schulelternrat ist mit der Gestaltung ebenfalls einverstanden. Das Gremium ist allerdings etwas enttäuscht darüber, dass der von vielen gewünschte und ursprünglich auch geplante Trinkwasserbrunnen jetzt doch nicht mehr Teil der Planung ist. Das bedauert auch Fördermittelmanager Kostrzewa. „Wir mussten ihn ganz am Ende unserer Planungen schließlich doch noch streichen. Der Brunnen ist für unser Budget auch im Hinblick auf die Folgekosten einfach zu teuer“, sagt er.

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