Von der Kunststoffbox
ins Einsatzfahrzeug
Zu wenige freie Spinde: Ortsfeuerwehr Harkenbleck improvisiert wegen steigender Zahl
an Einsatzkräften

Die Ortsfeuerwehr Harkenbleck improvisiert wegen steigender Einsatzkräftezahl.Foto: Torsten Lippelt
Hemmingen. In dem erst 2022 eröffneten Feuerwehrhaus in Hemmingen-Harkenbleck gibt es ein Platzproblem. Die Spinde reichen für die vielen Mitglieder nicht mehr aus. Wie lässt sich das lösen?

Was für andere Ortsfeuerwehren mitunter ein unerfüllter Wunsch bleibt, ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Harkenbleck fast schon ein Luxusproblem: Durch die stetig wachsende Größe der Einsatzabteilung in dem Hemminger Stadtteil wird es im Umkleideraum der Aktiven im Feuerwehrgerätehaus vor und nach Übungen und Einsätzen enger. Denn acht bisherige Mitglieder der Jugendfeuerwehr sind in die Einsatzabteilung der Ortsfeuerwehr übernommen worden. „2018 waren wir 45 Mitglieder. Anfang Januar 2024 waren es 49 und nun sind wir 61 Aktive“, listet Ortsbrandmeister Lennart Fieguth auf.

Die Folge: Rein rechnerisch fehlen zurzeit sechs Spinde zum Umziehen von der Alltagskleidung zur Einsatzuniform und zum ordentlichen Verwahren. Das für 2,2 Millionen Euro neu gebaute Feuerwehrhaus an der Straße Hallerskamp wurde erst im Jahr 2022 eröffnet. Die Feuerwehr behilft sich mit großen Kunststoffboxen, die auf oder neben den bisherigen Spinden stehen. Im Hinblick darauf, dass zurzeit 39 Mitglieder in der Harkenblecker Jugendfeuerwehr und 27 weitere Mitglieder in der Kinderfeuerwehr aktiv sind, berücksichtigt die Hemminger Stadtverwaltung dies in der aktuellen Raumplanung.

Kurzfristig lasse sich die Situation organisatorisch überbrücken, indem „Spinde von Kameradinnen und Kameraden frei gemacht werden, die nur eingeschränkt an Übungsdiensten oder Einsätzen teilnehmen“, erläutert Stadtsprecherin Pia Henze. Die persönliche Einsatzkleidung werde in diesem Fall an anderen geeigneten Stellen gelagert, damit sie weiterhin zugänglich bleibt.

„Dieser Ansatz stellt keine dauerhaft zufriedenstellende Lösung dar. Vor diesem Hintergrund finden derzeit Abstimmungsgespräche zwischen der Stadtverwaltung und der Freiwilligen Feuerwehr Harkenbleck statt, um gemeinsam eine tragfähige und nachhaltige Lösung zu erarbeiten“, fügt Henze hinzu. Die andere Seite der Medaille: „Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass acht Kameradinnen und Kameraden aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst übernommen wurden. Dies unterstreicht die erfolgreiche und engagierte Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Harkenbleck und ist ausdrücklich positiv hervorzuheben.“

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