Mausoleumsverein leidet unter Mitgliederschwund
Teilnahme am Entdeckertag und amTag des offenen Denkmals geplant

Beliebtes Ausflugsziel: das Mausoleum.Foto (Archiv): Torsten Lippelt
Hemmingen. Hat der Mausoleumsverein Carl Graf von Alten in Hemmingen eine dauerhafte Zukunft? Der Vorsitzende Dirk Oerzen schlägt Alarm, denn der Verein hat aktuell nicht einmal mehr 30 Mitglieder. Diese öffentlichen Aktionen sind 2026 dennoch geplant.

Schon seit Jahren macht Dirk Oerzen als Vorsitzender des Mausoleumsvereins Hemmingen auf die Situation aufmerksam: Der Bestand des Fördervereins für das Mausoleum Carl Graf von Alten ist bedroht, wenn sich keine neuen Mitglieder finden. Beim Mausoleum handelt es sich um die ehemalige Ruhestätte des Generals Graf Carl von Alten, der als Befehlshaber von englisch-hannoverschen Truppen in der Schlacht bei Waterloo 1815 eine wichtige Rolle spielte. Das Mausoleum ist zudem das erste neugotische Backsteingebäude in Norddeutschland.

Trotz dieser Bedeutung: „Wir verlieren immer nur Mitglieder und gewinnen keine neuen. Jetzt sind wir nur noch 28,“ sagt Oerzen. Schon die Besetzung des Vorstands sei nicht einfach. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verein zahlreiche Aktionen und Kooperationen, etwa mit der KGS Hemmingen, aus Helfermangel eingestellt. Auch 2026 soll sich die öffentliche Präsenz auf wenige Projekte beschränken. So will der Verein im Ferienpassprogramm der Stadt Hemmingen im Sommer wieder abendliche Gruselvorlesungen am Mausoleum anbieten. „Das ist bei Kindern immer sehr beliebt. Meist gibt es sogar eine Warteliste“, sagt Oerzen.

Dann wird sich der Verein auch wieder für die Teilnahme am Regionsentdeckertag am 6. September und am deutschlandweiten Tag des offenen Denkmals am 13. September anmelden. Aufgrund der Kommunalwahl werden die beiden Tage in der Region Hannover nicht wie üblich zusammen, sondern an zwei unterschiedlichen Terminen ausgerichtet. Dort ist das Interesse an der Besichtigung des 1842 errichteten Mausoleums im Sundern überwiegend groß. Im vergangenen Jahr hatten am Entdeckertag neben Hunderten Gästen aus dem Umland auch Delegationen aus Hemmingens Partnerstädten Murowana Goslina in Polen und Yvetot aus Frankreich die Ruine besucht. „Sie hatten Dolmetscher dabei, die meinen Bericht dann direkt übersetzten“, sagt Oerzen.

Insgesamt schätzt der Vorsitzende, dass jährlich mehr als 1500 Gäste das Mausoleum besuchen. Seitdem die Stadtbahn bis nach Hemmingen-Westerfeld fährt, seien es möglicherweise sogar noch ein paar mehr geworden. „Da wir keinen Eintritt erheben, können wir das nur schätzen“, sagt Oerzen.

Der Helfermangel führt auch dazu, dass die Webseite www.mausoleumsverein.de veraltet ist. Wer dort auf „Aktuelles“ klickt, erhält Informationen über die Teilnahme am Hemminger Weihnachtsmarkt im Jahr 2023.

Der Verein kümmert sich nicht nur um die öffentliche Präsentation, sondern auch um den Erhalt des Gebäudes, das dieses Jahr den 25-jährigen Eintrag als Denkmal feiert. Es wurde in den Jahren 1840 bis 1842 vom Baumeister Conrad Wilhelm Hase nach den Plänen des Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves erbaut.

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