0,6 Grad Wassertemperatur zeigt das Thermometer, ein Teil des Beckens ist frei von Eis. „Das müssen wir machen, damit das Eis nicht die Fliesen kaputt drückt“, erklärt der 61-Jährige. Dafür sind fünf Pumpen im Einsatz – und zwei Mitarbeitende kontrollieren zweimal täglich das Wasser.
Oeltermann trägt neben Badehose und orangefarbener Mütze noch Füßlinge und Handschuhe. Dann steigt er behutsam und ruhig in das Becken. Er schwimmt ein paar Meter, prustet ein wenig und lächelt. „Ich mag es, auch bei so einem Wetter draußen zu sein und dass der Körper spürt, wie sich Kälte anfühlt.“ Nach knapp zwei Minuten steigt Oeltermann wieder aus dem Becken, läuft über das Eis des zugefrorenen Teils. Er trocknet sich ab, tauscht die Neoprenhandschuhe gegen gewöhnliche Handschuhe.
Dass ein leichtes Zittern des Körpers nach einer Weile einsetzt, sei normal. „Der Körper will damit Wärme produzieren. Je länger man im Wasser bleibt, desto heftiger kann es werden.“ Oeltermann sagt weiter: „Gewöhnlich kann man eine Tasse Tee noch problemlos halten. Wenn man zu lange im Wasser war, sollte man die Tasse aber nicht zu voll gießen.“
Doch wozu soll der Kälteschock im Wasser überhaupt gut sein? „Das Gefühl kippt anschließend in ein extremes Wohlbefinden“, sagt Oeltermann. Und neben der subjektiven Wahrnehmung soll das Eisbaden auch noch zur Stärkung des Immunsystems beitragen. „Es ist auch für den Kopf förderlich. Man konzentriert sich nur auf den Moment und denkt nicht an irgendwelche anderen Dinge, die man noch erledigen müsste.“ Wer das Eisbaden einmal ausprobieren möchte, muss sich in Pattensen allerdings gedulden. Während der derzeit laufenden Bauphase kann Oeltermann keine externen Gäste auf das Grundstück lassen. Nach dem aktuellen Plan könnte es im Winter 2027 so weit sein, dass das Freibadbecken wieder zum Eisbaden genutzt werden kann.