Eine Lösung deutet sich an in der seit Jahren erfolglosen Suche nach einem Mehrgenerationentreff in Ingeln-Oesselse. Bei einem Workshop, zu dem der Ortsrat die Dorfgemeinschaft eingeladen hatte und an dem 35 Ingeln-Oesselser verschiedenen Alters sowie die Stadtverwaltung Laatzen teilgenommen haben, kamen jetzt neue Vorschläge auf den Tisch. Darunter ist die bisherige Schulaula.
Schon lange wünschen sich die Dorfbewohner einen festen Treffpunkt im Ort. Bis 2022 hatten zumindest Jugendliche noch mit der Alten Penne eine Anlaufstelle, doch dann wurde diese wegen Rissbildungen gesperrt und im November 2025 schließlich abgerissen. Als möglicher Ersatz war zwischenzeitlich das heutige Feuerwehrhaus im Gespräch, das nach dem geplanten Bezug des Neubaus im Sommer 2027 frei wird. Die Stadtverwaltung hält das Haus an der Bokumer Straße aber weiter für ungeeignet: wegen des Brandschutzes, veralteter Elektrik sowie aus statischen und energetischen Gründen.
Umso erfreuter sind nun alle über die Bereitschaft der Verwaltung, die bisherige Aula der Grundschule als Generationentreff freizugeben. Möglich ist das, weil im Neubau der Schule ein Saal entstanden ist. Die neue Grundschule soll der Stadt Ende Mai übergeben und nach den Sommerferien eröffnet werden.
„Die Aula wird nicht mehr genutzt“, sagte Fachbereichsleiter Stephan Bunjes dieser Redaktion. Der Raum könnte somit Treff für Jung und Alt, Vereinen und Organisationen werden. Der Vorteil: In der Aula gibt es außer einer Bühne auch eine Küche. Womöglich schon ab August könnte alles für einen Generationentreff genutzt werden.
Den Ortsratsmitgliedern gefällt die Vorstellung. „Der Raum ist ideal, das ist ein tolles Ergebnis“, schwärmte Gundhild Fiedler-Dreyer (CDU) im Nachgang des Workshops. Auch Ortsratsmitglied Felix Habicht (SPD) ist begeistert: „Die Option, die alte Aula nutzen zu können, ist für uns sehr ermutigend und wurde auch von den Beteiligten des Workshops sehr gut aufgenommen.“
Ob sich der Ort aber wirklich als Generationentreff eignet, muss noch geprüft werden. Ein Problem: In der Aula gibt es keine Toiletten. Zwar sind Sanitärräume in der Turnhalle nebenan sowie im Neubau vorhanden. Doch ist fraglich, ob Besucher des Generationentreffs diese mitbenutzen dürfen. „Vermutlich müsste dafür entweder der Zugang zum neuen Schulgebäude geöffnet sein“, fasst Dreyer die Überlegungen beim Workshop zusammen, „oder die Nutzerinnen und Nutzer müssten ein Stück durch die Sporthalle gehen – auch bei laufendem Betrieb.“
Fachbereichsleiter Bunjes weist zudem noch auf mögliche Konflikte im Zusammenhang mit dem Ganztagsbetrieb der Schule hin. Das Konzept für den Generationentreff sei zu konkretisieren und auch die Frage zu klären, wer die Gesamtverantwortung trägt.Alternativ zur Aula sind aus Sicht der Stadt noch zwei weitere Orte für einen Generationentreff in Ingeln-Oesselse denkbar. „Der Stümpelhof wäre eine Option“, sagt Bunjes – wie auch das TSV-Vereinsheim.
Derzeit werden dort im Obergeschoss Hortkinder betreut, doch mit dem Start des Ganztagsbetriebs an Grundschulen gebe es keine Horte mehr, sagt Bunjes. Er schränkt allerdings ein: „Was der TSV danach mit den Räumen vorhat, entzieht sich unserer Kenntnis.“ Wie beim Stümpelhof müsse zunächst mit den Eigentümern gesprochen werden.
Beim Workshoptreffen habe eine Teilnehmerin sogar noch einen Ort vorgeschlagen, berichtete Fiedler-Dreyer. Dieser könnte primär für die Jugend interessant sein. Die Idee: Auf dem Gelände des abgerissenen Jugendtreffs Alte Penne wird ein Container aufgestellt, den Jugendliche als selbst verwalteten Treff nutzen. „Wir werden die Idee intern prüfen“, kündigte Fachbereichsleiter Bunjes an. Bislang sind für das etwa 200 Quadratmeter große Gelände ein Parkplatz für Kita-Beschäftigte und zusätzliche Spielgeräte vorgesehen.
Um die alte Aula unabhängig vom Schulbetrieb nutzen zu können, müssten die Beteiligten einen Belegungsplan aufstellen, heißt es. Auch Fragen zu Reinigung, Haftung und Schlüsselgewalt seien noch zu klären. Ähnliches gilt für eine potenzielle Containerlösung an der Gleidinger Straße im Bereich bei der früheren Alten Penne.
Um die Ideen voranzubringen, gründeten Workshop-Teilnehmer jüngst eine Arbeitsgruppe. Ihr Wunsch: dass sich neben Ortsratsmitgliedern auch Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Vereine an dem Projekt Generationentreff beteiligen. Besonders aufgerufen dazu seien Jugendlichen aus dem Ort.