Bei der Sitzung im Stadthaus stellte der Geschäftsführer des beauftragten Architekten- und Ingenieurbüros Büros Vision 12 den Politikern auch die wichtigsten Punkte der 192 Seiten dicken Machbarkeitsstudie zur Grundschule vor – allen voran deren bauliche Optionen.
Drei Varianten hat das Büro für die nötige Vergrößerung und Modernisierung der Grundschule erarbeitet. Die ersten beiden beinhalten neben der Sanierung des nicht barrierefreien Altbaus verschiedene Erweiterungen. In der Variante A wird die Schule im oberen Grundstücksbereich zum Spielplatz und zu den Pausenhöfen hin vergrößert.
Bei der Variante B wächst die Schule mit großer Aula, neuen Unterrichts- und Fachräumen hingegen ausschließlich zum Sportplatz hin. „Durch den Höhenunterschied gelingt es besser, einen größeren Teil anzusetzen“, sagte Hein: „So schaffen wir einen breiteren Gebäudeteil mit besseren räumlichen Zusammenhängen.“ Der Haupteingang würde bei dieser Variante auf die Nordseite verlegt, mit neuer Zufahrt von der Ohestraße. Der bisherige Eingang bliebe für Fußgänger von der Straße Neuer Schlag aus erhalten.
Der mit Variante C untersuchte Schulneubau würde komplett auf dem Ascheplatz entstehen und von der Ohestraße erreichbar sein. Teile des Gebäudes lägen dann zwar im Überschwemmungsgebiet, doch dies könne mit Aufschüttungen für ein höheres Bodenniveau ausgeglichen werden. Ob die Kosten dafür berücksichtigt sein, wollte Ulrich Haarmann (SPD) wissen. Nicht in allen Feinheiten, so der Referent. „Aber ein gewisser Kostenfaktor ist mit drin.“
Was bei allen drei Varianten gleich ist: Die Turnhalle soll abgerissen und durch eine moderne Mehrzweckhalle an derselben Stelle ersetzt werden. Gegen einen Neubau hatte keiner der Gremienvertreter grundsätzlich etwas einzuwenden, jedoch gab es Stimmen wie die von Eric Silver (CDU), der sich den Komplex auch an anderer Stelle vorstellen könnte. Seine Argumentation: Dann blieben Sportflächen nicht nur während der Bauzeit für Schule, Kita und Vereine erhalten, sondern könnten auch anschließend noch genutzt werden.
Hallenzeiten seien schon jetzt knapp, und mit der Einführung des Ganztags zum August verschärfe sich das Problem, sagte Silver. Denn dann sind die Sportflächen bis 16 Uhr den Schulen vorbehalten. Thomas Weber (Grüne) unterstütze den Vorstoß: „Eine Halle, die nicht vom Ganztag betroffen ist, wäre ein echter Gewinn.“
Die Kosten für die Erweiterungen liegen zwischen 15,7 Millionen Euro (Variante A) und 17,8 Millionen (Variante B). Der Schulneubau ist mit etwa 19,8 Millionen (Variante C) zwar noch etwas teurer, er enthält aber auch die Sanierungskosten für das jetzige Hauptgebäude, das dann anderweitig genutzt werden könnte.
Grünen-Ratsherr Weber gefiel diese Überlegung. Beispielhaft nannte er die Leine-VHS, deren aktueller Mietvertrag in einem Neubau an der Senefelderstraße 2031 auslaufe – genau dann, wenn ein Schulneubau fertig und das Gebäude frei werden könnte. Gerd Klaus (FDP) sah dies kritisch, unter anderem wegen der Erreichbarkeit für Kunden der Leine-VHS.
Die Verwaltung hatte die drei Varianten der Machbarkeitsstudie zuvor mit Elternvertretern der Grundschule und der zuletzt kommissarischen Leitung erläutert, nach einem Punktesystem gewichtet – und sich für die Erweiterung zum Sportplatz ausgesprochen. Dieses Ergebnis (Variante B) findet sich darum nun im Beschlussvorschlag für die Ratsgremien wieder.
Schulausschuss und Ortsrat hätten darüber abstimmen können, zogen es aber vor, die Machbarkeitsstudie samt der Optionen noch einmal in Ruhe in ihren jeweiligen Gruppen zu besprechen. Zudem wollen sie der neuen Leiterin der Grundschule Gelegenheit geben, sich zu äußern.
Carolin Grimm trat am Mittwoch, 4. Februar, die Nachfolge der im Juni verabschiedeten Schulleiterin Claudia Weber in Grasdorf an. Grundsätzlich habe die neue Rektorin bei der Gremiensitzung dabei sein wollen. Doch weil diese mit der Verabschiedung an ihrer bisherigen Schule im Landkreis Hildesheim zusammenfiel, sei das nicht möglich gewesen, erklärte Stadtrat Jörg Sporleder am Rande der Sitzung.
Die Machbarkeitsstudie zur Grundschule Grasdorf wird voraussichtlich das nächste Mal bei der Ratssitzung am 26. Februar besprochen – wo dann vermutlich auch über Erweiterung oder Neubau entschieden wird.