„Unsere Antwort muss Zusammenhalt sein“
Mehr als 400 Gäste kommen zum Neujahrsempfang – Bürgermeister Eggert wirbt für Solidarität

Als Laatzens beste Azubis ausgezeichnet: Aryana Salesi (von links), Jan-Erik Noordhof und Niklas Solenthaler.Foto: Stephanie Zerm
Laatzen. Zusammenhalt, Solidarität und Toleranz: Dafür warb Bürgermeister Kai Eggert (parteilos) beim Neujahrsempfang der Stadt in der Albert-Einstein-Schule (AES). Die globalen Krisen bekämen auch die Bürgerinnen und Bürger in Laatzen deutlich zu spüren. „Klimawandel, Kriege, Flucht, soziale Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten, aus der Bahn geratene Politiker in Übersee – all das schlägt sich im Bewusstsein der Menschen nieder, mit negativen Folgen für Situationen in unseren Straßen, Schulen, Familien“, sagte Eggert. „Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind tiefgreifend, global und spürbar bis in unseren Alltag hier vor Ort.“

Die Antwort darauf dürfe nicht Angst sein. „Unsere Antwort muss Zusammenhalt sein“, betonte Eggert. Denn manche Situationen ließen sich nicht alleine lösen, gemeinsam aber sehr wohl. Gerade auf kommunaler Ebene zeige sich, wie Gesellschaft funktioniert.

Eggert setzte ein klares Signal dafür, dass Menschen mit Migrationshintergrund zur Stadtgemeinschaft gehören. Erstmals hatte die Stadt alle 668 Laatzenerinnen und Laatzener persönlich eingeladen, die 2024 und 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatten. Insgesamt fast 100 Menschen, neu Eingebürgerte und ihre Begleitungen, hatten sich angemeldet und wurden von Eggert gebeten, auf die Bühne zu kommen. Rund 20 folgten der Bitte.

Wichtig in puncto Zusammenhalt ist der Stadt auch ihre Beziehung zu ihren Partnerstädten. Die Kooperation mit Grand Quevilly in Frankreich besteht in diesem Jahr seit 60, die mit Waidhofen an der Ybbs in Österreich seit 40 Jahren und die mit Guben und Gubin seit 35 Jahren. Um die runden Jahrestage zu feiern, macht die Stadt Laatzen 2026 zum „Partnerschaftsjahr” mit mehreren Veranstaltungen. Zum Auftakt spielte beim Neujahrsempfang die Band Penny‘s Jukebox französische Chansons.

Zbigniew Boloczko, Bürgermeister im polnischen Gubin, und Fred Mahro, Bürgermeister im deutschen Guben, hielten kurze Grußreden. Dabei betonten sie die Bedeutung der internationalen Städtepartnerschaften: „Dieses Neujahrstreffen ist ein Symbol für Freundschaft und Zusammenarbeit“, sagte Boloczko. „Gemeinsame Initiativen lassen Grenzen verschwinden und machen aus einer Städtepartnerschaft eine echte Freundschaft.“

„Die Entwicklung der Städtepartnerschaft in den letzten 35 Jahren ist eindrucksvoll“, sagte auch Mahro. „Gerade in der schwierigen Zeit von Corona und des Ukrainekrieges haben wir uns unterstützt.“

Auch Jugendliche bekamen beim Neujahrsempfang das Wort. „Unser Ziel ist es, dass junge Leute die Politik vor Ort mitgestalten“, sagte Sophia Nawaz vom Jugendbeirat. Dazu sei in diesem Jahr ein kommunalpolitischer Workshop mit der Leine-VHS an der Albert-Einstein-Schule und dem Erich-Kästner-Gymnasium geplant. Dieser solle junge Menschen fit machen für die anstehenden Kommunalwahlen im September.

Ein anderer Teil der Stadtgesellschaft sind besondere Leistungsträger: Wie schon im vergangenen Jahr ehrte Bürgermeister Eggert die besten Auszubildenden aus Laatzen. Dazu hatte die Stadt vorab alle Laatzener Unternehmen angeschrieben. „Wir wollen die herausragenden Leistungen junger Menschen würdigen“, sagte der Bürgermeister.

Ausgezeichnet wurden Jan-Erik Noordhof, der seine Ausbildung als Land- und Baumaschinenmechatroniker bei der Zeppelin Baumaschinen GmbH in Gleidingen verkürzt und mit der Note 1,38 abgeschlossen hat. Aryana Salesi hat ihre Ausbildung als Pflegefachfrau bei Victors Residenz mit der Note 2,0 absolviert, obwohl sie erst seit drei Jahren in Deutschland lebt. „Genau so etwas können wir in Deutschland gebrauchen“, sagte der stellvertretende Direktor von Victors Residenz, Patrick Schönrich. Niklas Sohlenthaler hat trotz einer Behinderung seine Ausbildung bei Nahkauf in Grasdorf absolviert und wird dort auch übernommen. „Die Unternehmen können stolz sein, dass sie so tollen Nachwuchs haben“, sagte Eggert.

Insgesamt waren mehr als 400 Gäste in das Forum der Albert-Einstein-Schule gekommen, darunter zahlreiche Vertreter aus der Kommunal-, Bundes- und Landespolitik. Neben Matthias Miersch, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, dem früheren Landtagspräsident und Laatzens Ehrenbürger Jürgen Gansäuer (CDU) und der SPD-Landtagsabgeordneten Silke Lesemann waren auch vier frühere Bürgermeister unter den Gästen: Eggerts Vorgänger Jürgen Köhne (CDU), Thomas Prinz (SPD), Hauke Jagau (SPD) sowie Henner Fischbach (CDU).



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