Initiiert wurde die Benefizaktion 2023 von Simone Volkwein und einem Team der katholischen St.-Oliver-Kirchengemeinde. Die Idee: Statt täglich nur ein Türchen des eigenen Adventskalenders zu öffnen, sammeln Privatleute in der Adventszeit unter dem Motto „Geben statt nehmen” Lebensmittel und Hygieneartikel für Tafel-Kunden. Nachdem im Folgejahr auch die evangelischen Gemeinden der Gesamtkirchengemeinde Laatzen mitmachten, waren diesmal auch Laatzener Schulen und Kitas mit dabei.
Der Erfolg ist überwältigend: Zusammengekommen sind 200 Kisten im Wert von geschätzten 6000 Euro. Insgesamt wurden rund 5000 Artikel gesammelt, davon stammen allein 1500 von den Kindertagesstätten. Teilgenommen haben Einrichtungen in Laatzen-Mitte, Alt-Laatzen, Grasdorf, Rethen und Gleidingen sowie die Grundschulen an der Pestalozzistraße und in Grasdorf. Im vergangenen Jahr waren 190 Kisten gespendet worden.„Insbesondere hat uns gefreut, dass die Schulen und Kitas mitgemacht haben“, sagt Jürgen Volkwein, der zum Organisationsteam gehört und die Waren in den Einrichtungen abgeholt hat. „Die Erzieherinnen haben uns gespiegelt, dass die Kinder empathisch waren und mit dem Mittagessen ganz anders umgegangen sind“, sagt er. Und das im Bewusstsein, dass auch in Laatzen Menschen leben, die nicht genug zu essen haben. Jungen und Mädchen von der Grundschule Pestalozzistraße hätten die Kisten sogar selbst zur Gemeinde gebracht. „Ich wollte alle Kisten mit dem Lkw abholen. Das war dort aber nicht notwendig, weil die Kinder angepackt und die Sachen selbst zur Kirche herübergetragen haben.“
Bei der Laatzener Tafel ist die Unterstützung willkommen. „Das ist eine tolle Aktion – allein schon deshalb, weil Dinge wie Mehl und Zucker dabei sind, die uns üblicherweise nicht erreichen“, sagt die Vorsitzende Dietlind Osterkamp. Aufgrund der großen Menge würden die Artikel im Laufe des gesamten Monats an den Ausgabestellen in Laatzen, Pattensen und Arnum ausgegeben.
Die Initiatoren wollen 2026 den „Umgekehrten Adventskalender” fortführen. „Wir werden auf jeden Fall auch die Schulen und Kitas wieder mit reinnehmen“, kündigt Jürgen Volkwein an und ergänzt: „Vielleicht kann man solche Aktionen ja auch im Laufe des Jahres machen.“