Der TSV Pattensen will das Vereinsheim an der Schützenallee umfassend sanieren. Dazu gehören energetische Projekte wie die Dämmung des Hauses und der Einbau einer Wärmepumpe. Zudem sollen die Duschen und Umkleidebereiche erneuert werden. Auch der ebenfalls an der Schützenallee beheimatete Tennisverein Pattensen plant eine umfassende Sanierung des Heims. Dabei soll unter anderem die Wärmeversorgung mit bislang fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden. Fossile Heizsysteme werden seit Januar dieses Jahres nach der europäischen Gebäuderichtlinie nicht mehr gefördert.
Die CDU-Ratsfraktion hatte in der jüngsten Ratssitzung beantragt, dass die Stadt sich für beide Vereine um eine Förderung aus der Sportmilliarde bewerben soll. Der Fraktionsvorsitzende Georg Thomas führte aus, dass beide Vereine ehrenamtlich insbesondere mit ihren vielfältigen Angeboten für Kinder und Jugendliche einen großen Beitrag für die Stadt leisten. Beide Vereine haben zudem in den vergangenen Jahrzehnten keine nennenswerte Förderung durch die Stadt erhalten.
Ohnehin hält sich die Stadt mit großen finanziellen Förderungen der Sportvereine zurück. Die letzte größere Zuwendung in Höhe von rund 58.000 Euro bekam die Spielvereinigung Hüpede/Oerie 2015 als Zuschuss für den Bau sanitärer Einrichtungen. Bürgermeisterin Ramona Schumann (SPD) schloss sich dem Antrag der CDU-Fraktion an und schlug vor, für beide Vereine jeweils eine Förderung von 500.000 Euro zu beantragen. Der Rat stimmte dem Vorschlag mit 27 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme von Klaus Iffland (UWG) und zwei Enthaltungen von Svenja Blume (UWG) und Thomas Bungart (AFD) zu. Der Eigenanteil der Stadt von jeweils 50.000 Euro wird mit einem sogenannten Sperrvermerk in den Doppelhaushalt 2026/2027 aufgenommen. Das Geld wird also dann nur freigegeben, wenn die Förderung auch bewilligt wird.Jetzt muss es aber schnell gehen. Die Bewerbungsfrist für die Förderung läuft am 15. Januar ab. „Das ist verdammt kurz bemessen“, sagte Schumann. In einem Clip auf ihrem TikTok-Kanal hatte sie bereits kurz nach der Veröffentlichung des Programms Mitte Oktober das „Erwartungsmanagement des Bundes“ kritisiert. Denn besonders für kleinere Kommunen mit entsprechend wenig Personal in den Rathäusern sei es häufig schwierig, sich in der kurzen Zeit in die komplexen Anforderungen eines Förderprogramms einzuarbeiten.
Auch Tage nach der Veröffentlichung des Programms sei weder die Hotline noch die Internetseite mit angekündigten Erläuterungen freigeschaltet. „Kommunen können die durch die Förderprogramme erweckten Erwartungen häufig nicht erfüllen, weil der Bund seine Hausaufgaben nicht macht. Das ist nicht fair und auch nicht in Ordnung“, sagte Schumann. In Zusammenarbeit mit den beiden Vereinen wird die Bewerbung jetzt erstellt und eingereicht. Geförderte Sanierungsprojekte sollen bis 2028 fertiggestellt werden. Eine Eigenbeteiligung der Vereine sieht das Förderprogramm nicht vor.