Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verbraucht ein vierköpfiger Haushalt in Deutschland im Jahr etwa 182 Kubikmeter Wasser. Demnach müsste ein Hemminger Haushalt 2026 im Durchschnitt etwa 44 Euro mehr zahlen, insgesamt rund 568 Euro im Jahr statt wie zurzeit zirka 524 Euro.
Die Schmutzwassergebühr war erst zum 1. Januar 2025 von 2,44 Euro auf 2,88 Euro pro Kubikmeter angehoben worden. Zu Beginn des Jahres 2024 belief sie sich auf 2,29 Euro.
Die Regenwassergebühr hingegen ist zum Januar 2025 um 4 Cent auf 17 Cent pro Quadratmeter gesunken. Im Jahr 2024 blieb sie konstant. In den Jahren zuvor schwankte sie zwischen 17 Cent im Jahr 2020 und 21 Cent im Jahr 2023.Laut Stadtverwaltung Hemmingen lagen die Kosten für die Schmutzwasserentsorgung im Jahr 2024 mit etwa 1,63 Millionen Euro um 357.000 Euro und somit etwa 28 Prozent höher als geplant. „Ein Faktor, der zu dem hohen Rechnungsbetrag beiträgt, ist die überdurchschnittlich hohe Ableitungsmenge seitens Hemmingen, die aus dem langandauernden Hochwasser in den ersten Monaten des Jahres 2024 resultiert“, erläutert die Stadtverwaltung in einer Ratsdrucksache.
Da Hemmingen kein eigenes Klärwerk hat und das Schmutzwasser seit fast 50 Jahren zur Entsorgung an die Stadt Hannover weiterleitet, wird die Betriebsabrechnung in Hemmingen von den dafür anfallenden Kosten bestimmt – im Jahr 2024 zu etwa zwei Dritteln. Hemmingen unterhält und wartet das Kanalnetz sowie die Pumpwerke im eigenen Stadtgebiet. Als weitere Gründe nennt die Hemminger Verwaltung unter anderem höhere Personalkosten und gestiegene Sachausgaben bei der Stadtentwässerung Hannover, wie beispielsweise Material.
Die erhöhte Regenwassergebühr begründet die Hemminger Verwaltung mit gestiegenen Sachkosten vor allem durch Schäden am Kanalnetz, die zu reparieren waren.
Die Stadt Hemmingen hat im Jahr 2024 etwa 1,45 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser nach Hannover geleitet – so viel wie seit Jahren nicht. Ein ähnlich hoher Wert wurde zuletzt im Jahr 2002 mit 1,46 Millionen Kubikmetern erreicht. 2023 waren es noch 1,16 Millionen Kubikmeter. Die Stadt Hemmingen muss jedes Jahr neu über die Gebührenhöhe entscheiden, denn die Einnahmen sollen zwar die Kosten decken, sie dürfen sie aber nicht überschreiten.
Für 2026 rechnet Hemmingen mit einem Entgelt von 1,5 Millionen Euro, das an die Stadt Hannover zu zahlen ist. Beim Schmutzwasser kalkuliert sie mit Gebühreneinnahmen von fast 2,68 Millionen (2025: 2,58 Millionen Euro und 2004: 2,04 Millionen Euro) und beim Regenwasser von etwa 218.000 Euro (2025: 195.600 Euro und 2024: 238.700 Euro).