Unfallfreier Start für Arnumer Mini-Kreisel
Seit 3. Dezember gibt es den provisorischen Kreisel an der Göttinger Straße/Hoher Holzweg

Immer bremsbereit: Wer in Arnum Kreisel fährt, tut gut daran.Foto: Torsten Lippelt
Hemmingen. Seit Anfang Dezember üben sich die Verkehrsteilnehmer am nördlichen Ortseingang von Arnum in einem neuen Fahrverhalten: Sie fahren Kreisverkehr – und dies unfallfrei. Bislang signalisierte an der Kreuzung Göttinger Straße/Hoher Holzweg eine Ampel, wer wann fahren darf. Diese konnte technisch nicht dem durch die dort angelegte, sogenannte Protected Bike Lane gestiegenen Fahrradverkehr auf der Göttinger Straße angepasst werden. Mitte August 2025 wurde die Ampel deshalb abgeschaltet. Seit dem 3. Dezember sorgt ein Mini-Kreisel – bislang nur provisorisch, mit aufgeklebter gelber Fahrbahnmarkierung – dafür, dass der Straßenverkehr hier wortwörtlich weiter rund läuft.

Zu verdanken ist dies wohl vor allem der erhöhten Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer. Wer sich für einige Zeit an den Kreisel stellt, sieht Radfahrende, die auf der falschen Seite der Göttinger Straße auf dem Fußweg fahren. Und andere, die aus Hemmingen-Westerfeld kommend die Sperrung des geschützten Fahrradweges nicht sicher rechts, sondern links – in den Kreisverkehr hinein – umkurven. Dritte wiederum radeln flugs über den auf der Südseite des Kreisels angelegten Fußgängerüberweg mit seinen ebenfalls noch provisorisch-gelben Streifen.

Bremsbereit müssen Autofahrende jedoch ebenso im Kreisel selbst sein, trotz Vorfahrt. Hin und wieder – ob aus Unwissenheit über das Vorrecht des Kreisverkehrs oder aus Unsicherheit – stoppen aus Arnum in den Kreisel einfahrende Fahrzeuge, wenn es dreiviertel herum in den Hohen Holzweg geh en soll. Es wird geblinkt und mitten im Kreisel stehen geblieben, als ob man wie ein Linksabbieger zunächst den Verkehr aus Hemmingen-Westerfeld passieren lassen muss. „Nach derzeitigem Stand wird die Kreiselregelung in Arnum von den Verkehrsteilnehmenden überwiegend regelkonform und umsichtig angenommen“, teilte Stadtsprecherin Pia Henze auf Anfrage dieser Redaktion mit. Unfälle seien nicht bekannt. Dem Rathaus liegen zudem derzeit keine Hinweise auf sicherheitsrelevante Probleme oder Auffälligkeiten vor. Die neue Verkehrssituation werde durch entsprechende Warntafeln angekündigt.

Im Hinblick auf die Verkehrsregel am neuen Fußgängerüberweg betont Henze: „Fußgänger haben Vorrang, Radfahrende jedoch nicht. Sie müssen entweder absteigen oder, wenn sie fahrend queren, dem Verkehr Vorrang geben.“ Die Stadtverwaltung beobachte die Situation aufmerksam. „Sollte es im weiteren Verlauf zu Auffälligkeiten kommen, werden diese ausgewertet und gegebenenfalls weitere Maßnahmen geprüft.“

Auch im Polizeikommissariat Ronnenberg, zu dem Hemmingen gehört, sind keine Unfälle bekannt geworden. „Die Örtlichkeit wird regelmäßig im Rahmen der Streifenfahrten überprüft. Sollte aus polizeilicher Sicht Handlungsbedarf festgestellt werden, so werden entsprechende Maßnahmen mit der örtlich zuständigen Verkehrsbehörde – hier der Stadt Hemmingen – abgestimmt“, erläuterte Polizeihauptkommissar Alexander Benne, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes.

Ein Passant, der namentlich nicht genannt werden möchte, stellte fest: „Gehupt wird hier in den vergangenen 14 Tagen öfter als früher.“ Der Minikreisel in dieser Form, mitsamt seiner Miniinsel in der Mitte, erhält im Frühjahr 2026 seine dauerhafte Markierung in Weiß. Als Provisorium wird er voraussichtlich bis zur Jahreswende 2027/2028 den Verkehr an Arnums Ortseingang lenken. Erst danach ist im Zuge der geplanten Umgestaltung von Arnum-Mitte entlang der alten B3 der endgültige Umbau des bisherigen Kreuzungsbereiches vorgesehen.
Druckansicht