Investor und Stadt setzen Planung für Quartier am Park der Sinne fort
Auf altem Hellux-Gelände sind für Projektentwickler
neben Mietwohnungen, Kita und Gewerbe auch ein
Hotel und „Generationenwohnen“ denkbar

Dichte Bebauung gegenüber dem Technischen Rathaus: Die Gebäude an der Gutenbergstraße, die von rechts nach links verläuft, und der Mergenthalerstraße sollen sechsgeschossig werden - plus einem zurückgesetzten Staffelgeschoss.Visualisierung (2): AJP Architekten
Laatzen. Es geht weiter mit dem Quartier am Park der Sinne. Die Stadt Laatzen hat die offene Frage geklärt, wegen der der Investor die Pläne für das alte Hellux-Gelände vorerst auf Eis gelegt hatte. Wie jetzt bekannt wurde, kann sich der Entwickler neben hunderten Wohnungen, Gewerbe und einer Kita auch Generationenwohnen sowie ein Hotel vorstellen.

Erst im November, beim Stadtentwicklungsausschuss, hatte der Investor einen Planungsstopp für das neue Stadtquartier am Park der Sinne angekündigt. Nun hat die Stadt die dafür ursächlichen Fragen zur sogenannten Folgekostenberechnung geklärt. Es arbeiten alle weiter an den Voraussetzungen, um auf dem früheren Hellux-Grundstück hunderte Geschosswohnungen, Läden und eine Kita zu errichten. Wie jetzt bekannt wurde, sind auf dem zwei Hektar großen Gelände an der Ecke Mergenthaler- und Gutenbergstraße auch ein Hotel sowie Generationenwohnen denkbar.

Die im Gremium aufgeworfenen Fragen zu den Folgekosten des Bebauungsplans seien geklärt, teilte Stadtsprecherin Ilka Hanenkamp-Ley mit: „Damit kann die Planung nun zügig weitergeführt, Rückmeldungen aus der frühzeitigen Beteiligung eingearbeitet und der Vorentwurf präzisiert werden.“ Er freue sich über die guten Signale aus Laatzen, kommentierte Axel Zimmermann als Vertreter des Projektentwicklers Leonardo WAI Grundstücksgesellschaft die jüngste Klärung.

Als Projektentwickler gehe er für das urbane Quartier weiter von bis zu 380 Wohnungen aus, so Zimmermann: „Wir haben ein Kontingent an Flächen, die gewerblich genutzt werden können, aber nicht müssen.“ Ein Hotel im ersten Abschnitt zum Kreisel hin sei eine Option, doch an seiner Stelle könnten auch Wohnungen oder Funktionsräume entstehen. „Wir müssen dem urbanen Gebietscharakter gerecht werden, mit einer Durchmischung von Gewerbe- und Wohnfläche.“

Die nacheinander vom Kreisel aus in drei Abschnitten zu realisierenden Geschossbauten basierten auf einem Raster und seien bei den Grundrissen den aktuellen Marktwünschen entsprechend anzupassen. „Klar muss man sich irgendwann festlegen, aber wir brauchen auch Flexibilität“, betonte Zimmermann, der auch Geschäftsführer von AJP Architekten ist. Waren beispielsweise zu Corona, als viele Menschen im Homeoffice blieben, Drei-Zimmer-Wohnungen besonders begehrt, hätte nach der Pandemie kaum mehr jemand danach gefragt.

Die genaue Aufteilung der Geschosswohnungen im Stadtquartier ist zwar unklar. Der Projektentwickler kündigt aber eine gute Mischung verschiedener Mehrzimmerwohnungen aus, wobei 1-Zimmer-Appartments kein Thema sind. Dafür beschäftigen sich die Planer mit Generationenwohnen sowie Räumen für Menschen mit Versorgungsbedarf. Räume für Senioren und andere, die Betreuung oder medizinische Unterstützung benötigen, sei „ein Riesenthema“, so Zimmermann.

Nicht ausgeschlossen seien im Quartier auch Kooperationen mit Anbietern wie dem DRK oder der AWO. „Wir haben ein Kontingent an Flächen, die gewerblich genutzt werden können – aber nicht müssen“, so der Investor. Vieles sei denkbar.

Eines der größten städtebaulichen Projekte der letzten Jahre in Laatzens drohte im November ins Stocken zu geraten. Die Ratspolitik hatte im Fachausschuss Gesprächsbedarf angemeldet wegen Fragen zur Folgekostenrechnung. Dabei geht es um die finanziellen Auswirkungen von Baugebieten für die Kommune, darunter die Kosten für zusätzliche Schul- und Kitaplätze. Der Rat hatte die Berechnung im Dezember 2024 beschlossen – zu einem Zeitpunkt; als das Projekt auf dem alten Hellux-Gelände bereits begonnen hatte.

Ursprünglich sollten die Fragen erst im Februar oder bei einer Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Januar geklärt werden. Nun hat die aus Verwaltungs- und Ratsvertretern bestehende AG Strategie diesen Part übernommen. Es habe Konsens über das weitere Vorgehen auf dem alten Hellux-Gelände erzielt werden können, sagte Stadtsprecherin Hanenkamp-Ley, ohne weiter auf die Ergebnisse der internen Sitzung einzugehen. Nur soviel: „Das Projekt soll weitergehen.“

Ziel sei es, den Auslegungsbeschluss bis Sommer 2026 fertig zu haben, so die Stadtsprecherin. Kurz vor den Ferien, sonst danach, werde der Projektentwickler den überarbeiteten Vorentwurf vorstellen. Darin seien dann die Rückmeldungen aus der frühzeitigen Beteiligung berücksichtigt, so Zimmermann. Belange von Bauamt, Feuerwehr, Umwelt- und Naturschutz, Versorgern und anderen wurden berücksichtigt. „Wir versuchen, mit Fachbüros im Vorfeld möglichst viel abzustimmen.“

Zu verändern war kaum etwas. Im zweiten Abschnitt, vom Kreisel aus betrachtet, seien Baukörper nun verbunden. Auf den seit 2024 bekannten Computer-Illustrationen sei dies aber nicht zu erkennen, so Zimmermann. Auch die Geschosshöhen blieben die bekannten.

Wie es zeitlich weitergeht? Der Projektentwickler hofft mit der Stadt darauf, dass bis Ende 2026 Planungsrecht besteht. „Danach brauchen wir sechs bis sieben Monate“, so Zimmermann. Dank des vorhabenbezogenen Bebauungsplans seien sie planerisch schon relativ weit. Die Prüfung der statischen Berechnung und Bauvorlagen könne hingegen erst erfolgen, wenn der Bauantrag eingereicht sei.

Das urbane Quartier werde in Abschnitten erstellt und beginne mit dem am Kreisel. „Wir bauen selbst“, kündigte Zimmermann an. Gesetzt den Fall, die Baugenehmigung liegt 2027 vor, könne am Kreisel begonnen werden. Der frühstmöglicher Bezug dort sei dann 2028.







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