Der 1936 in Hannover geborene Vater des gleichnamigen früheren Ortsbrandmeisters war 1954, im Alter von 18 Jahren, in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten. „Mein Vater war in Devese nicht nur Bürgermeister, sondern auch sechs Jahre Ortsbrandmeister“, sagt er. Und ergänzt im Hinblick auf die Neubaugebiete im Ort: „Heute ziehen die Menschen hierher, aber bringen sich oft nicht ins Dorfleben ein. Wer damals hier wohnte, musste einfach in der Feuerwehr sein.“ So wie Familie Kollrodt ihre Söhne stets auf den Vornamen Friedrich taufte. Selbst der 1993 geborene Enkel Christoph-Friedrich – heute Aktiver in der Deveser Ortsfeuerwehr – trägt den traditionellen Vornamen der Familie, die seit 1763 in Devese ansässig ist.
„Brandschutz ist wichtig. Man muss auch heute einander helfen“, sagt der Senior über seine persönliche Motivation. Allerdings zählten regelmäßige Einsätze für Kollrodt eher selten zu seinen Tätigkeiten in Uniform. „Ich war damals mehr mit meiner Arbeit als Landwirt beschäftigt“, blickt er zurück. Ihn forderten Kühe, Pferde und der Ackerbau – was verhinderte, dass er an vielen Feuerwehr-Lehrgängen teilnehmen konnte. Und als der Landwirt später seine Flächen verpachtete, ließ altersbedingt die Nachfrage nach Lehrgängen nach, trotz der größeren Zeit dafür.
An einige besondere Einsätze erinnert sich der 88-Jährige dennoch. Nicht nur, weil er sich als Hobby der Geschichte von Devese und seinen Höfen widmet und diese als Chronik aufarbeiten möchte. Neben einem Scheunenbrand 1954, der zusammen mit der Berufsfeuerwehr Hannover bekämpft wurde, gehört auch ein winterlicher Einsatz beim heutigen Galerie-Café Webstuhl in Ohlendorf dazu. „Damals wollte jemand dort mit einem Lötkolben die eingefrorene Wasserleitung auftauen. Zum Löschen mussten wir das Wasser mit einem Jauchewagen extra aus Ohlendorf holen“, erzählt Kollrodt.
Was ihm sonst an der Deveser Feuerwehr gefällt? „Es ist immer gesellig da“, sagt der Senior erfreut, der als Oberfeuerwehrmann in die Altersabteilung wechselte. Beim Blättern im Fotoalbum zeigt er auf eine Seite, auf dessen Foto er mit anderen jungen Männern musiziert. Im Freien wird Trompete und Posaune gespielt. „Das war am 1. Mai 1962 auf der Wiese vorm Altenschen Holz. Da haben wir die Tradition unserer Deveser 1.-Mai-Feier begründet.“
Bis zur diesjährigen 1.-Mai-Feier am Feuerwehrgerätehaus mitsamt Musik und Maibaumklettern, Bier und Bratwurst wartet Kollrodt sen. jedoch nicht auf Geselligkeit: Alle vier Wochen trifft er sich als Ältester mit den weiteren fünf Mitgliedern der Deveser Altersabteilung der Ortsfeuerwehr. Und bei schönem Wetter wartet darüber hinaus daheim immer eine Menge Gartenarbeit auf ihn.