Der Internationale Frauentag, im Jahr 1977 erstmals von den Vereinten Nationen anerkannt, thematisiert die Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter. Der Aktionstag soll sowohl die Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung feiern als auch auf bestehende Diskriminierungen und Ungleichheiten aufmerksam machen. Denn laut aktuellen Daten des Weltwirtschaftsforums würde es, wenn es in der bisherigen Geschwindigkeit weiter ginge, noch bis zum Jahr 2158 dauern, bis es eine vollständige Gleichberechtigung der Geschlechter gäbe. Was jede und jeder tun kann, um diese ungerechte Verteilung früher auszugleichen, ist ebenfalls Thema des diesjährigen Aktionstages.
Oft wird Wut, besonders die der Frauen, in der Gesellschaft unterdrückt. Das Team von kargah hat zusammen mit 75 Teilnehmerinnen in Workshops erforscht, wie mit dem Gefühl der Wut umgegangen werden kann. In einem kreativen Prozess sind dabei Collagen, Malerei und ein Film enstanden, die bis zum 27. März in der Ausstellung „ErWUTigen“ im Stadtteilzentrum Lister Turm, Walderseestraße 100, zu sehen sind. Eröffnung ist am Weltfrauentag, 8. März, ab 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Das Landesmuseum Hannover, Willy-Brandt-Allee 5, stellt die Frage, wie Bilder von Frauen das Denken prägen und sich im Laufe der Zeit verändert haben – oder eben auch nicht. In der Ausstellung „FrauenBilder. Julia Krahn im Dialog“, die vom 8. März bis zum 17. August zu sehen ist, werden historische Ölgemälde zeitgenössischen Fotografien gegenübergestellt. Dabei soll es weniger um die Darstellungen von Frauen gehen als vielmehr um die Bilder, die diese in den Köpfen der Betrachtenden erzeugen. Geöffnet ist das Landesmuseum jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
Das Wilhelm-Busch-Museum im Welfengarten bietet am Sonnabend, 8. März, die Sonderführung „Sprechstunde der Frauen*“ ab 13 Uhr an. Die Ausstellung „Sprechstunde der Herzen“ von PENG und HU wird dabei zu Themen wie Rollenbilder, Klischees sowie Selbst- und Fremddarstellung analysiert. Die Teilnahme kostet 5 Euro, eine Anmeldung ist aufgrund begrenzter Teilnehmerinnenzahl erforderlich und kann online auf karikatur-museum.de erfolgen. Am Weltfrauentag ist zudem der Museumseintritt für Frauen frei.
Im Kulturdreieck legt die Ausstellung „boss | working women“ mit einer Porträtserie aus den Partnerstädten Hannover, Poznan und Hiroshima den Fokus auf Frauen und ihre Arbeitsplätze und gibt Einblicke in ihren Alltag. Bei allen sozialen, ethnischen, kulturellen und altersbezogenen Unterschieden haben die von der hannoverschen Fotografin Katrin Ribbe und ihre beiden Kolleginnen Kamila Kobierzynska (Poznan) und Aya Fujioka (Hiroshima) Porträtierten eines gemeinsam: Sie sind wortwörtlich„Boss“. Die Vernissage beginnt am 8. März um 17 Uhr im Hofsaal im Künstlerhaus, Sophienstraße 2. Zusätzlich zur physischen Ausstellung gibt es ab dem 8. März online auf boss-workingwomen.com die Fotografien und Interviews der porträtierten Frauen.
Passend dazu zeigt das Kommunale Kino (KoKi) im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, am Weltfrauentag ab 14 Uhr „Ein Tag ohne Frauen“ aus dem Jahr 2024. Der beeindruckende isländische Dokumentarfilm behandelt den 50. Jahrestag des Frauenstreiks, bei dem 90% der Frauen im Jahr 1975 die Arbeit niederlegten, ihr Land zum Stillstand brachten und Island zum „besten Ort der Welt, um eine Frau zu sein“ machten. Eine weitere Vorführung ist am Sonnabend, 15. März, ab 13.30 Uhr.
Im und vor dem Musik Kiosk, Georgstraße 35, geht es am 8. März von 12 bis 22 Uhr um das Thema „Women* in Music“. Die Ausstellung stellt Gesichter und Statements zur Gleichstellung der Geschlechter in der Musikbranche vor. Das Publikum ist eingeladen, die Schau durch eigene Aussagen und Polaroidfotos zu ergänzen. Der Eintritt ist frei.
Musik und Frauenrechte treffen auch bei der Veranstaltung „Femme*tastic“ in der Bürgerschule / Stadtteilzentrum Nordstadt, Klaus-Müller-Kilian-Weg 2, aufeinander. Am Sonntag, 9. März, wird ab 15 Uhr die Ausstellung „Cut of Beauty“ der Künstlerin Claudia Kudlinski eröffnet. Ihre kraftvollen Bilder zeigen Frauen, die sich als Zeichen gegen die Unterdrückung die Haare abschneiden und sich nicht länger patriarchalen Strukturen unterwerfen wollen. Sängerin Ayda Kırcı interpretiert ab 16 Uhr mit ihrer Band Anatolian Goes Jazz türkische Volkslieder im Jazzstil. Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten ist Schirmherrin des Events und informiert zum Thema Sicherheit für Frauen in Hannover. Der Eintritt ist frei, die Veranstaltung richtet sich an Frauen und weiblich gelesene Personen.