DRK: Blutvorräte werden knapp
Winterwetter, Feiertage und Grippewelle führen zu Verknappung bei Blutkonserven

Die Regale mit den Blutkonserven werden leerer.Foto: FabianxStrauch
Hannover. Es gibt Alarm bei der Blutversorgung. „Die aktuelle Versorgungslage mit Blutpräparaten ist kritisch“, sagte der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes in Springe, Felix Roeren. Es drohe sogar eine weitere Verschärfung, betont er. Der Blutspendedienst in Springe ist zuständig für die Versorgung mit Blutkonserven von Krankenhäusern und Ärzten in Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Die kritische Lage habe bereits Auswirkungen auf die Kliniken, berichtet Sprecher Roeren. „Wir haben zu wenig, um in allen Fällen zu liefern“, sagt er. Bei bestimmten Blutgruppen müsse der Blutspendedienst deshalb seine Lieferungen rationieren, damit für Notfälle ausreichend Konserven zur Verfügung stünden.

Ein Grund für die Probleme sei unter anderem die Schnee- und Eisglätte. Deswegen hat das DRK zahlreiche Blutspendetermine absagen müssen. Beispielsweise fielen kürzlich wegen des Wintereinbruchs an einem Tag 15 von 22 geplanten Spendeterminen aus. Statt prognostizierter 1930 Spender kamen an diesem Tag nur 265 Menschen zum DRK.

Bereits zu Beginn des Jahres hatte das DRK einen deutlichen Rückgang der Spender registriert, erläutert der Sprecher. Grund seien die Feiertage mit einem reduzierten Terminangebot. Aktuell führt eine starke Grippe- und Erkältungswelle dazu, dass viele potenzielle Spenderinnen nicht erscheinen können.

Blutpräparate sind nur begrenzt haltbar und können nicht auf Vorrat produziert werden. Derzeit habe das DRK statt der sonst üblichen 10.000 Blutkonserven nur 7000 auf Lager. „Das ist zu deutlich wenig“, sagt der Sprecher. Bei einigen Blutgruppen reiche der Vorrat nur noch für 1,5 Tage. Auch im niedersächsischen Gesundheitsministerium macht man sich Sorgen. Man kenne die angespannte Lage, sagte ein Sprecher. Er appelliert an die Bevölkerung, die Möglichkeiten zu Blutspenden wahrzunehmen. Im Klinikum Region Hannover (KRH) reagierte man auf Anfrage noch gelassen. Es komme seit Ende vergangenen Jahres bei Blutprodukten zu Verknappungen, sagt eine Sprecherin. Dennoch sei die Versorgungslage im KRH stabil, es gebe keine Einschränkungen bei der Patientenversorgung.

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