Es wird das Festival der vielen kleinen und mittelgroßen Sportarten: Bei den Finals treten die besten Sportler Deutschlands im Turnen, Trampolin, Triathlon, Kanu, Segeln, Surfen, Bogensport oder Sportklettern an. In bis zu 19 Sportarten werden dabei sogar die Deutschen Meisterschaften hier in Hannover ausgetragen. Doch das Beste für die Zuschauer: Zu den meisten Wettkämpfen ist der Eintritt frei. Man kann also einfach kommen und kräftig anfeuern. Außerdem gibt es für die Zuschauer einen Eventpark, in dem Sportvereine aus Hannover und Umland eine Plattform bekommen, sich vorstellen können und mit vielen Angebote zum Mitmachen anregen.
Auf und rund um den Maschsee wird es in der zweiten Juli-Hälfte Wettkämpfe geben, auch der Sportpark, die ZAG Arena und Swiss Life Hall, Plätze in der Innenstadt wie vor der Oper, aber auch das Steinhuder Meer sind Austragungsorte.
So sollen die 3x3-Basketball-Meisterschaften voraussichtlich direkt vor dem Neuen Rathaus ausgetragen werden. „Das wäre wirklich eine coole Location“, sagt Linus Beikame, Hannovers U23-Weltmeister im 3x3-Basketball, „vor allem, weil in meiner Sportart Heimspiele selten sind, sondern wir immer weit zu den Wettkämpfen reisen müssen. Da freue ich mich besonders, mal hier ein echtes Heimspiel zu haben.“
„Die Finals am Rande des Maschseefestes bieten eine Riesenchance“, bekräftigt Bürgermeister Belit Onay: „Hannover wird 2026 so viel Aufmerksamkeit bekommen, das wird weit über die Veranstaltung hinaus wirken.“ Hannover könne so seinen Platz als Sport- und Eventstadt ausbauen. Allein mehr als 3000 Sportler würden erwartet, dazu kämen Betreuer, Familien und viele Besucher, so Onay. Beim vergangenen Finals-Event in der Region Rhein-Ruhr wurden 2023 übrigens mehr als 220.000 Menschen gezählt.
Die Hannover Marketinggesellschaft (HMTG) soll den Event für ihr Standortmarketing eng begleiten – auch mit Blick auf weitere Veranstaltungen: „Die Finals zünden eine Rakete“, so Onay, auch mit Blick auf die Kritik des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) darüber, dass die Bettensteuer mit zur Finanzierung der viertägigen Veranstaltung verwendet werde. Die Aufgabe der HMTG sei, Hannovers Attraktivität langfristig zu stärken, eine Entnahme von Mitteln für „kurzfristige PR-Effekte“, so die Dehoga, bedeute eine bewusste Schwächung dieser Strategie.
ARD und ZDF übertragen die Sportwettkämpe täglich live im TV sowie in den Streams in ihren Mediatheken, sie werden auch im Vorfeld darüber berichten: „Die Finals bilden den deutschen Spitzensport in seiner ganzen Breite ab, das werden wir in Hannover sehen. Die Bilder, die sich daraus ergeben und die wir crossmedial übertragen, werden die Faszination des Sports transportieren und sichtbar machen“, verspricht ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky.
Besonders die Organisatoren der Finals freuen sich über Hannover als Austragungsort. „Hier sieht man deutlich die Ambition, eine wichtige Rolle im deutschen Sport zu übernehmen“, sagt Hagen Boßdorf, Geschäftsführer der Finals: „Hannover ist ein idealer Ort, weil man hier am Maschsee und Umgebung viele Sportarten kompakt umsetzen kann. Dazu wollen wir mit unseren weiteren Austragungsorten in der Stadt und rund um das Rathaus die Schönheit von Hannover zeigen.“
Damit besonders Kinder und Jugendliche in der Region an dem Event teilhaben können, ist im Vorfeld und während der Finals ein Programm für die Schulen in Stadt und Umland geplant. Durch eine Roadshow an Schulen im Frühjahr und Sommer 2026 sollen Kinder neue Sportarten entdecken und ausprobieren.„Mit den Schulfinals wollen wir die jungen Menschen für Bewegung begeistern. Das ist nicht nur wichtig für gesunde Entwicklung der Kinder, sondern auch für den Gemeinschaftssinn,“ sagt Regionspräsident Steffen Krach.
Auch Hannovers Sportler freuen sich auf die große Chance, ihre Sportart in der Öffentlichkeit zu zeigen: „Die Finals sind für uns eine tolle Möglichkeit, mit unserem Sport nicht nur mehr mediale Präsenz zu bekommen, sondern vielleicht bekommt ja der ein oder andere Lust, selbst mitzumachen. Wir Kanuten zum Beispiel können immer gute Nachwuchstalente gebrauchen und der Hannoversche Kanu-Club sitzt ja auch direkt am Maschsee“, wirbt U23-Weltmeister Jan Ole Prager.
Bisher plant die Stadt mit Kosten von rund 8,5 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen übernimmt davon 3 Millionen Euro. Weitere 3 Millionen werden von der HMTG getragen. Die restlichen 2,5 Millionen planen die Stadt und Region Hannover zu je 1,25 Millionen Euro zu übernehmen. Außerdem will die Stadt durch Sponsoring die Kosten der Verwaltung weiter kompensieren. „Es wäre schön“, sagt Daniela Behrens, Niedersachsens Ministerin für Inneres und Sport, „wenn es auch in den kommenden Jahren mit den Erfahrungen aus den Finals 2026 gelingen würde, tolle Sportevents nach Niedersachsen zu holen.“