Landesjugendring positioniert
sich zur Kommunalwahl
Keine pauschalen Social-Media-Verbote und mehr politische Beteiligung für Jugendliche gefordert

Hannover. Der Landesjugendring Niedersachsen, ein Zusammenschluss von landesweit organisierten Jugendverbänden und Interessenvertretung junger Menschen, hat bei seiner Vollversammlung in Hannover zentrale Forderungen zur Kommunalwahl formuliert.

Zugleich hat sich der Landesjugendring gegen pauschale Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Aus Sicht des Verbandes greifen solche Verbote zu kurz und würden der Lebensrealität junger Menschen nicht gerecht. Stattdessen fordert der Landesjugendring mehr Medienbildung, bessere Schutzkonzepte auf Plattformen und eine stärkere Verantwortung der Anbieter. Ziel sei es, junge Menschen zu befähigen, digitale Räume sicher und selbstbestimmt zu nutzen.

Mit Blick auf die Kommunalwahl im Herbst richtet der Landesjugendring zudem Forderungen an Politik auf kommunaler und Landesebene. Im Mittelpunkt stehen eine verlässliche Finanzierung der Jugendarbeit, stärkere Beteiligungsmöglichkeiten sowie Investitionen in Mobilität, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz. „Jugendarbeit muss als unverzichtbare Infrastruktur verstanden und verbindlich sowie auskömmlich gefördert werden“, erklärte Vorstandssprecher Nils Lüking.

Auch die politische Beteiligung junger Menschen spielte eine zentrale Rolle. Der Verband sieht in der jüngsten Reform des Jugendfördergesetzes ein Beispiel gelungener Mitwirkung und fordert, solche Beteiligungsformate auf weitere Politikbereiche auszuweiten.

In der Debatte um den Wehrdienst positionierte sich die Versammlung gegen eine Verpflichtung und sprach sich stattdessen für die Stärkung freiwilliger Dienste aus.

Zugleich wurde ein neuer Vorstand gewählt. Nils Lüking (Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Niedersachsen) bleibt Vorstandssprecher, Ann-Marie Reimann (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen) übernimmt ebenfalls eine Sprecherfunktion. Komplettiert wird das Gremium durch Kimberly Haarstik (DGB-Jugend) und Finn-Niklas Gerken (DLRG-Jugend) als gleichberechtigte Vorstandsmitglieder.

Die bisherige Vorstandssprecherin Regina Gehlisch sowie der bisherige Schatzmeister Johann Janssen wurden für ihr langjähriges Engagement gewürdigt. Hintergrund: Der Landesjugendring vertritt die Interessen von rund 80 einzelnen Jugendverbänden und etwa 200 kommunalen Jugendringen sowie die Interessen der jungen Menschen in Niedersachsen. Ferner unterstützt der LJR das ehrenamtliche Engagement von 50.000 Jugendleiterinnen und -leitern in der Kinder- und Jugendarbeit in Niedersachsen. RED
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