„Es ist angerichtet!“ hat Casper de Vries diesmal zum Motto erkoren, nach „Wasser“ im Vorjahr. Bei einer ersten Pressekonferenz zum nahenden Vorverkaufsstart gab der holländische Kulturmanager Einblicke in das, was er so alles angerichtet hat in seinem zweiten Jahr, nachdem er bei seiner Premiere 2024 teils heftige Kritik einstecken musste.
„Neun Gänge Kunst“ verspricht er dem Motto gemäß an jedem Abend vom 8. bis 27. Juli. „Dafür braucht es eine gute Menükarte.“ Traditionell geht es bei der ersten Pressekonferenz zum Kleinen Fest im großen Garten mehr um organisatorische Dinge als ums Programm.
Aber ein paar Künstler stellte de Vries dennoch schon vor: Neben den „Vegetable Nannies“ tritt die britische Gruppe „Cocoloco Madame Bonbon“ im Großen Garten auf. Das deutsche Artistikduo Chris und Iris wird unter dem Titel „Gap of 42″ mit 42 Kilogramm Gewichts- und 42 Zentimetern Größenunterschied spielen. Und der Clown Roman Skadra wird einen existenziellen Kampf mit einer überdimensionierten roten Nase führen. Das sei ein Künstler „für Feinschmecker“, so de Vries.
Nur vier oder fünf Künstler und Acts aus dem Vorjahr werden dabei sein. Kleines-Fest-Stammgast Eis-Ali ist darunter. Der hannoversche Entertainer Desimo wird mit seinem Spezial-Club erneut eine Bühne bespielen (das GOP allerdings, das 2024 im Gartentheater fast einstündige Shows zeigte, ist nicht mehr dabei). Und auch die zauberhafte Fontänenbar mit ihren Wasserspielen kehrt zurück. Neu ist, dass man diesmal bis zu neun Shows am Abend sehen kann, den richtigen Zeitplan vorausgesetzt. Die erste beginnt um 18 Uhr, die letzte um 22 Uhr. Abweichungen von der jahrelang üblichen 20-Minuten-Dauer der einzelnen Shows (im vergangenen Jahr einer der großen Kritikpunkte) sollen 2025 eine Ausnahme sein. „Woran man sich gewöhnen sollte, ist, dass es sich ändert“, so Gabriele Koch, die Produktionsleiterin des Kleinkunstspektakels.
Generell hatten sich langjährige Fans des Kleinen Fests im Großen Garten und dessen Erfinders Harald Böhlmann 2024 an etliche Neuerungen gewöhnen müssen. Manche Veränderungen, die für viel Unmut sorgten, liegen nicht in der Verantwortung von de Vries, er erfüllte und erfüllt lediglich Vorgaben von Stadt und Gartenleitung.
So hatte sich Gartendirektorin Anke Seegert dagegen verwehrt, dass weiterhin die großen Hauptachsen und der vordere Teil der Anlage mit dem Großen Parterre bespielt werden. Das sei für die Tagesbesucher wichtig, so Seegert. Zugleich hatte die Stadt ein Ende der Abschlussfeuerwerke gefordert.
Das führte – und führt weiter – dazu, dass die Bühnen im hinteren Teil des Gartens stehen und die Wege länger sind als gewohnt. Der Bereich rund um die Große Fontäne ist das neue Festivalzentrum und Schauplatz der feuerwerkfreien Abschlusszeremonie. Sie soll dieses Mal aber besser ins Licht gesetzt werden als im Vorjahr.
Hannovers Kulturdezernentin Eva Bender freut sich jedenfalls auf eine „Pause vom Alltag, bei der sich Menschen wirklich begegnen können“. Das Kleine Fest sei „eine der wichtigsten Kulturveranstaltungen, die wir in Hannover haben“. Und das soll es auch bleiben.