Hortensien lassen das Herz vieler Gartenliebhaberinnen und -liebhaber höherschlagen. Vor allem in Bauern- oder Landhausgärten dürfen die Pflanzen nicht fehlen. Je nach Art und Sorte der Hortensie kann man sich an Blüten in unterschiedlichsten Farben und Formen erfreuen. Wann und wie der passende Schnitt von Hortensien erfolgt, hängt von der Sorte ab.
Grundsätzlich sind Hortensien vor Beginn des Frühjahrs Ende Februar bis Anfang März zu schneiden – bevor neue Blüten austreiben. Auch ein Schnitt im Herbst wird häufig empfohlen. Da die Blüten aber selbst im verblühten Zustand noch hübsch aussehen, belassen viele Gartenbesitzerinnen oder -besitzer die Sträucher so. Doch Achtung: Manche blühen an altem Holz, andere an dem neuen – also den Zweigen, die sich erst kürzlich gebildet haben. Die wichtigsten Infos über von der Niedersächsischen Gartenakademie empfohlenen Arten haben wir in einer kurzen Übersicht zusammengestellt.Schneeballhortensien blühen weiß in bis zu fußballgroßen, feingliedrigen Dolden. Im Frühjahr sollten sie auf etwa zehn Zentimeter Höhe zurückgeschnitten werden. Keine Angst vor einem starken Rückschnitt: Denn je stärker der Rückschnitt, desto größer die Blüten am diesjährigen Holz.
Rispenhortensien können sehr alt werden und tragen weiße Blütendolden an diesjährigem Holz (also an den frischen Schnittstellen), die sich beim Verblühen rosa verfärben. Bei regelmäßigem Schnitt werden die Blütendolden schön groß. Wenn darauf verzichtet wird, können Rispenhortensien bis zu vier Meter hoch wachsen und blühen mit vielen kleinen Dolden.
Empfohlen ist ein Schnitt im Frühjahr, den Strauch im Herbst zurückzuschneiden schadet ihm jedoch nicht. Von allen Hortensienarten vertragen Rispenhortensien die meiste Sonne und mögen jeden durchlässigen Gartenboden.
Wenn Menschen an Hortensien denken, haben sie in den meisten Fällen die Bauernhortensie im Kopf: Sträucher mit dicken, kugeligen Blüten in allen Pastellfarben. Bauernhortensien werden häufig in alte und neue Sorten unterteilt. Während alte Sorten an altem Holz wachsen, blühen neue Sorten an diesjährigem Holz – daher unterscheidet sich auch der korrekte Schnitt.
Alte Sortengruppen blühen am alten Holz, daher sollte man sie nicht vollständig zurückschneiden, lediglich regelmäßig auslichten. Entfernen Sie also eng stehende Triebe direkt über dem Boden, damit sich der Rest wieder entfalten kann. Die übrigen Zweige sollten nicht gekürzt werden, da sich hier die Blütenanlagen befinden. Im Frühjahr sollten nur eingetrocknete Triebe und die verblühten Dolden entfernt werden.
Für einen kompletten Rückschnitt gehen Sie in zwei Schritten vor: Im ersten Frühjahr die Hälfte der Triebe einkürzen, die andere Hälfte blühen lassen. Im nächsten Jahr folgt die andere Hälfte. Alte Sorten sind sehr frostanfällig. Daher sollte man knospentragende Sträucher bei Kälte mit einem Vlies schützen, damit die Knospen nicht verfrieren.Neue Sortengruppen werden häufig winterhart gezüchtet, damit sie nicht mehr so anfällig sind. Auch viele neue Farbvarianten gibt es zu bewundern. Blüten bilden sich an diesjährigem Holz, neue Sorten der Bauernhortensie dürfen daher voll zurückgeschnitten werden. Schneiden Sie die Sträucher wie empfohlen im Frühjahr auf 20 bis 30 Zentimeter zurück, können sie in Jahren mit einem kalten Frühling jedoch weniger Blüten tragen. Empfohlen wird daher ein Rückschnitt nach der ersten Hauptblüte, meist im Juni.
Einen etwas wilderen Charakter bringt die Berghortensie mit. Sie ist zierlicher, wirkt naturbelassener und bekommt tellerförmige Blüten, die rundum mit Randblüten besetzt sind. Auch sie wächst an altem Holz und sollte daher nach der Blüte ausgedünnt werden, allerdings erst im späten Frühjahr. Dazu dicht stehende Triebe etwa fünf bis zehn Zentimeter über dem Boden entfernen. Ein kompletter Rückschnitt erfolgt am besten wieder zweistufig: pro Jahr jeweils die Hälfte der Triebe einkürzen. Auch die Berghortensie ist nicht winterhart. Ihre empfindlichen Knospen erfrieren bei Frost ohne Schutz. Daher bevorzugt sie auch einen geschützten Standort.
Ähnlich charakteristisch wächst die Eichenblättrige Hortensie, so sollte auch hier möglichst kein Rückschnitt vorgenommen werden, zumindest bei älteren Hortensien. In den ersten Jahren lohnt die Überlegung, die Blüten sogar zu entfernen. Diese sind schwer und drücken den Wuchs.Als Alternative zu den blütenlosen Jahren (ein Rückschnitt heißt auch hier: keine Blüten), können Triebe und Zweige vorsichtig an Pflanzstäben befestigt werden, um einen geraden Wuchs zu fördern. Im Frühjahr dann wie bei den meisten Hortensien-Arten die verblühten Dolden und eventuell erfrorene Triebe zurückschneiden. Eichenblättrige Hortensien sind Solitärgehölze.
Die Kletterhortensie wird häufig unterschätzt und ist sehr dekorativ. Meist ist sie an Rankhilfen oder Hausfassaden zu sehen, kann aber auch gestützt frei im Beet stehen. Sie erfreut uns mit reichlich weißen, tellerförmigen Blüten, die sich im Herbst leuchtend gelb färben. Die Kletterhortensie trägt übrigens auch im Winter Knospen und ist hübsch anzusehen. Ein Rückschnitt kann nach Bedarf im Herbst oder Frühjahr erfolgen. Dabei keinesfalls die nach vorn stehenden Triebe entfernen, sie enthalten nämlich die Blütenknospen für das kommende Jahr.
Grundsätzlich sind Hortensien vor Beginn des Frühjahrs Ende Februar bis Anfang März zu schneiden – bevor neue Blüten austreiben.