Winterhilfe näher am Alltag
Maßnahmen zum Beginn der kalten Jahreszeit: Straßensozialarbeit startet in vier weiteren Bezirken

Ein warmesGetränk kann an kalten Wintertagen eine willkommene Hilfe sein.In Hannover bieten Kältebusse und Nachtcafés wohnungslosen Menschen Schutz und Unterstützung.Symbolfoto: Caleb Lucas / Unsplash
Hannover. Die städtische Straßensozialarbeit erreicht wohnungslose Menschen in Hannover in diesem Winter erstmals auch in vier Stadtbezirken außerhalb der Innenstadt. Vier neue Mitarbeitende sind in Nord, Linden-Limmer, Südstadt-Bult und Ahlem-Badenstedt-Davenstedt unterwegs. Dort arbeiten sie mit sozialen Trägern, Stadtteilzentren und Kirchen zusammen. Die Erweiterung ist Teil der Winternothilfe, zu der Nachtcafés, Kältebusse und zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten bei extremen Wetterlagen gehören.

„Die Menschen brauchen unsere Hilfe nicht nur in der Innenstadt, sondern im gesamten Stadtgebiet. Die Ausweitung der Straßensozialarbeit in die Stadtteile, mit dem Ziel perspektivisch für jeden der 13 Stadtbezirke eine feste Ansprechperson zu haben ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu gesellschaftlicher Teilhabe für alle. Es ist sehr wichtig, dass wir unmittelbar - jetzt zu Beginn des Winters dieses Angebot schon in einigen Stadtteilen umsetzen können“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay.

Wenn die Wetterlage extrem wird, ist die städtische Straßensozialarbeit aus den Bereichen Wohnungs- und Suchthilfe auch am Wochenende tätig. Im Bereitschaftsdienst suchen die Teams Menschen auf, die sich noch im Freien aufhalten. Sie sprechen sie an und informieren über Tages- und Übernachtungsangebote. Ergänzend zu den Hilfen der Kooperationspartner gibt die Stadt Fahrkarten, warme Kleidung und Schlafsäcke aus.

Auch die Kältebusse von Caritas, Johanniter-Unfall-Hilfe und Maltesern arbeiten im Winter 2026/2027 wieder zusammen. Sie fahren im Wechsel festgelegte Standorte an und versorgen bedürftige Menschen mit warmen Mahlzeiten und medizinischer Basisversorgung. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Ehrenamtliche stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung, halten Kontakt zu den Betroffenen und vermitteln bei Bedarf weiterführende Hilfen.

Wie stark die nächtlichen Aufenthaltsangebote genutzt werden, zeigen die Zahlen aus der vergangenen Saison. Das „Café Nachtlicht“ im Kontaktladen Mecki an der Lister Meile verzeichnete durchschnittlich 117 Menschen pro Tag. In der Spitze wurden dort 156 Personen empfangen. Das Diakonische Werk Hannover gGmbH stellt den Schutz- und Ruheraum ab Sonntag, 1. November, wieder täglich von 20 bis 6 Uhr zur Verfügung.

Das „Café Mensch“ der Obdachlosenhilfe Hannover e.V. in der Podbielskistraße 102 öffnet ebenfalls am 1. November. Regulär ist es täglich von 19 bis 7 Uhr zugänglich, montags, mittwochs und freitags bereits ab 17 Uhr im Rahmen einer Lebensmittelausgabe. In der vergangenen Saison nutzten im Durchschnitt 101 Hilfsbedürftige das Café jeweils über mehrere Stunden. In der Hochphase kamen bis zu 116 Menschen pro Nacht.

Für Frauen gab es erstmals von Dezember 2025 bis Anfang Februar 2026 ein eigenes Nachtcafé. Das „Café Luna“ entstand als Kooperationsprojekt in Räumen des Diakonischen Werks an der Berliner Allee, die tagsüber für das Angebot „DüK“ genutzt werden. Das Nachtcafé war an allen sieben Wochentagen und auch an Feiertagen von 20 bis 6 Uhr geöffnet.

In dieser Zeit wurden insgesamt 492 Kontakte erfasst, im Durchschnitt acht pro Tag. Ob das Frauen-Nachtcafé auch in der Saison 2026/2027 wieder öffnen kann, ist noch nicht gesichert. Die Stadt arbeitet daran, das Angebot erneut bereitzustellen und die Finanzierung sicherzustellen.

Für besonders kalte Nächte und außergewöhnliche Wetterlagen sind weitere Aufenthaltsmöglichkeiten vorgesehen. Die Üstra ermöglicht auch in diesem Winter Übernachtungen in der Station Kröpcke, wenn die Außentemperatur unter drei Grad Celsius sinkt.

Die Marktkirche stellt bei außergewöhnlichen Wetterlagen zusätzliche geschützte Aufenthaltsmöglichkeiten bereit. Das Angebot ist für Situationen vorgesehen, in denen eine geschlossene Schneedecke, Temperaturen von minus fünf Grad Celsius und ein gleichzeitiger Ausfall des öffentlichen Personennahverkehrs dazu führen, dass Notschlafstellen und andere Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe nur noch unter erheblichen Schwierigkeiten erreichbar sind.

Sind Notschlafstellen wegen eines Verkehrsausfalls nicht erreichbar, öffnet die Stadt ihre Notunterbringungen für die Dauer des Ausfalls durchgehend. Das gilt etwa bei einem Ausfall der Stadtbahnen, unabhängig davon, ob dieser durch das Wetter oder andere Gründe verursacht wurde.

Bei dauerhaften Minusgraden sind die Notschlafstellen in der Wörthstraße 10, Langensalzastraße 17, Podbielskistraße 117, am Vinnhorster Weg 73A und in der Feuerwehrstraße 1 durchgehend geöffnet. Hinzu kommt die Unterkunft Alter Flughafen 12 in Kombination mit dem Tagesaufenthalt an der Dornierstraße.

Die Stadt veröffentlicht fortlaufend detaillierte Informationen zu den Hilfsangeboten, Öffnungszeiten und Anlaufstellen online auf hannover.de. Die Angaben werden außerdem in Beratungsstellen ausgehängt und von der Straßensozialarbeit im direkten Kontakt weitergegeben.
R/HR
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