Kleine Fische, große Hoffnung
Schulklasse der Leonore-Goldschmidt-Schule hilft bei Wiederansiedlung von Lachsen in der Leine

Schülerinnen und Schüler aus Hannover helfen bei der Auswilderung der Fische.Foto: Sea Life Hannover
Hannover. Eimer für Eimer trugen die Schülerinnen und Schüler die Junglachse zum Wasser. Mehr als 3000 junge Atlantische Lachse wurden Ende Oktober in einem Umgehungsgraben der Leine in Hannover-Ricklingen freigelassen. Für die Kinder der Leonore-Goldschmidt-Schule bedeutete die Aktion, selbst am Wiederansiedlungsprojekt mitzuwirken: Mit Gummistiefeln ausgerüstet brachten sie die Fische durch das herbstliche Gelände an die Stelle, an der sie ausgewildert wurden.

Begleitet wurde die Schulgruppe von Sea Life Hannover und dem Verein Leine-Lachs e.V. Die gemeinsame Aktion soll dazu beitragen, die bedrohte Fischart langfristig wieder in den heimischen Gewässern anzusiedeln. Die Freilassung der Jungfische ist dabei ein Teil des Vorhabens; die Vermittlung von Wissen über das Projekt gehört ebenfalls dazu.

Oliver Schaper, Diplom-Biologe bei Sea Life Hannover, erläuterte nach der Auswilderung die Herausforderungen. Dazu zählen der Rückgang der Bestände durch Überfischung und Flussverbau sowie die aufwendige Aufzucht und Freilassung der Jungfische. Die Schülerinnen und Schüler stellten viele Fragen zum Lachs und seiner Wiederansiedlung.

Schaper verwies auch auf die Geschichte des Fisches in der Leine: „Was viele nicht wissen: Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Leine einer der lachsreichsten Flüsse Norddeutschlands“, erklärte er. „Es ist etwas ganz Besonderes, Kindern hier vor Ort zu zeigen, dass echter Artenschutz nicht irgendwo in fernen Regenwäldern beginnt, sondern direkt vor unserer Haustür – mitten in Hannover.“

Das langfristige Ziel reicht über die einzelnen Auswilderungen hinaus. In der Leine soll eine sich selbst erhaltende Lachspopulation entstehen, die sich ohne menschliche Unterstützung fortpflanzen kann. Dafür werden jährlich mehrere zehntausend Junglachse in Leine und Ihme ausgesetzt. Maßgeblich getragen wird das Wiederansiedlungsprojekt vom Verein Leine-Lachs e.V., unterstützt von Einrichtungen wie Sea Life Hannover.Schaper begleitet die Initiative seit vielen Jahren. Bei der Aktion in Ricklingen erhielt er vom Verein eine Lachs-Patenschaft, mit der sein langjähriger Einsatz für das Projekt gewürdigt wurde.

Die Beteiligung der Kinder verband er mit der Hoffnung auf eine Rückkehr der Fische. „Artenschutz beginnt hier – direkt bei uns“, so Schaper. „Wenn Kinder erleben, dass sie selbst etwas bewirken können, wird das Thema lebendig. Und wer weiß: Vielleicht kehren die heute ausgewilderten Lachse eines Tages zurück, um hier ihre eigenen Nachkommen in die Welt zu setzen.“

Auch im Großaquarium bleibt das regionale Projekt sichtbar: Im Leine-Bereich von Sea Life Hannover sind einige der Jungfische täglich ab 10 Uhr zu sehen.
RED
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