Pappeln weichen jungen Eichen
Arbeiten im Misburger Wald: Forstamt erntet Laubholz und forstet bis zum Frühjahr auf

Während derHolzernte werden Waldwege ausSicherheitsgründen zeitweise gesperrt. Die Landesforsten warnen davor, die Absperrungen zu missachten.Fotos: Niedersächsische Landesforsten /Philipp von Ditfurth
Hannover. Die Pappelernte ist bereits weit fortgeschritten, die Arbeiten an den Eichen stehen noch bevor: Im Misburger Wald erntet das Forstamt Fuhrberg an zwei Stellen planmäßig Laubholz. Nördlich des Wietzegrabens, in Verlängerung der Seckbruchstraße, werden Pappeln entnommen. An der Alten Peiner Heerstraße folgt die Eichenernte. Auf beiden Flächen werden anschließend junge Eichen gepflanzt.

Revierförster Henning Tote hat die Maßnahmen geplant und begleitet die Arbeiten vor Ort. „Der beginnende Laubfall setzt für uns den Startschuss für die Ernte des Laubholzes“, erklärt er. Mit dem herbstlichen Laubfall haben die Niedersächsischen Landesforsten damit ihre diesjährige Laubholzernte im Misburger Wald begonnen.

Für die Entnahme der Pappeln gibt es nach Einschätzung des Försters einen dringenden Grund: „Die Bäume haben ihre Zielstärke erreicht und drohen, von innen heraus zu faulen. In den Vorjahren sind hier bereits etliche Pappeln umgestürzt.“

Das Pappelholz wird vor allem in der Verpackungsindustrie eingesetzt und dort für Paletten genutzt. Für das Eichenholz sind regionale Sägewerke die Abnehmer. Sie verarbeiten es zu langlebigen Möbeln, Fußböden oder Bauholz. Die beiden geernteten Holzarten gehen damit in unterschiedliche Verwendungen.

Auch die anfallenden Resthölzer werden genutzt: Sie dienen Heizkraftwerken als nachwachsender Brennstoff. Ein kleiner Teil des Holzes geht außerdem als Brennholz an private Abnehmerinnen und Abnehmer vor Ort. Die Nachfrage ist allerdings so hoch, dass das Forstamt nicht alle Anfragen bedienen kann.

Unmittelbar nach der Ernte beginnt die Wiederaufforstung. Bis zum Frühjahr sollen auf den frei gewordenen Pappelflächen junge Eichen stehen; dieselbe Baumart wird auch auf den Ernteflächen an der Alten Peiner Heerstraße gepflanzt. Die Wiederaufforstung umfasst somit beide Bereiche der laufenden Holzernte, nicht nur die bisherigen Eichenflächen.

Neben der stabilen Nachfrage nach Holz hat vor allem die aktuelle Verfügbarkeit hochwertiger Eichen-Setzlinge den Erntezeitpunkt bestimmt. Tote beschreibt die anschließende Pflanzung so: „Dort, wo wir die alten Bäume entnehmen, pflanzen wir wieder junge Eichen. So schließt sich der Kreis“, betont er.

Für Menschen, die den Misburger Wald besuchen, bringen die Arbeiten zeitweise Einschränkungen mit sich. Während der Fäll- und Rückearbeiten werden einzelne Waldwege aus Sicherheitsgründen gesperrt. Tote bittet dringend darum, diese Sperrungen strikt einzuhalten. Dass gerade keine Maschinen zu hören sind, ist kein Grund, einen gesperrten Weg zu betreten.

„Es besteht Lebensgefahr durch hängende Äste oder unvermittelt umstürzende Bäume. Nach Abschluss der Arbeiten heben wir die Sperrungen sofort wieder auf und stellen beschädigte Wege schnellstmöglich wieder her.“
R/HR
Druckansicht