Die meisten der jungen Frauen und Männer haben sich für ein Engagement im Bevölkerungsschutz entschieden und werden nach ihrer Qualifizierung zum Rettungssanitäter Teil des großen Teams. So wie Jonny Abesadze-Lübke und Lene Weiß. Der 20-Jährige aus Hildesheim startete schon vor einem Jahr und sagt: „Ich habe die Arbeit im Rettungsdienst hier lieben gelernt.“ Lene Weiß hat in diesem Frühjahr an der Käthe-Kollwitz-Schule ihr Abitur gemacht. Sie will Medizin studieren und die Zeit bis dahin sinnvoll nutzen. Im Rahmen ihres Freiwilligendienstes (FWD) steckt sie gerade in der Qualifizierung zur Rettungssanitäterin. Die startete zu ihrer Überraschung mit einem sechswöchigen Schulblock mit viel Lernstoff. Dann aber folgte reichlich Praxis mit zwei Wochen Krankenhauspraktikum und einem Monat auf der Rettungswache. Sie merkte schnell, dass im Freiwilligen-dienst jeder Tag anders aussieht und schätzt das sehr: „Ich kann hier total viel beobachten, Erfahrungen sammeln und Wissen mitnehmen.“
Wer sich für einen Freiwilligendienst entscheidet, bekommt neben einem monatlichen Taschengeld von 575 Euro (und 30 Urlaubstagen) zwölf bis 18 Monate lang einen begleiteten Einstieg ins Arbeitsleben. Die Qualifizierung zum Rettungssanitäter bringt erste berufliche Erfahrungen und kann ein Einstieg in den Rettungsdienst sein, bietet aber auch die Möglichkeit, sich damit später beispielsweise ein Studium mitzufinanzieren.
Für Jonny Abesadze-Lübke war die Polizei immer schon der „Kindheitstraum Nummer eins“. In diese Richtung plante der ambitionierten American-Football-Spieler für die Zeit nach seinem Fach-Abi, als eine Sportverletzung ihn für einen kurzen Moment aus der Bahn warf. Eine Alternative musste her. Über einen Freund hörte er vom Freiwilligendienst und den Johannitern. „Für den Rettungsdienst hatte ich mich zwar interessiert und viele Dokus gesehen“, sagt er, aber erst mit den vielen Einsätzen, die von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen begleitet und nachbesprochen werden, komplettierte sich das Bild. Von banalen Momenten bis hin zu spannenden Einsätzen habe er im zurückliegenden Jahr viel erleben dürfen. Sein Fazit: „Ich habe den Beruf hier lieben gelernt.“ Noch bis zum Frühjahr nächsten Jahres will er bleiben, dafür bekommt er von seinem Arbeitgeber den C1-Führerschein finanziert. Danach steht für ihn ein Jahr bei der Bundeswehr an, auch hier mit dem Schwerpunkt Notfallrettung.
Wenn ihr Kollege Jonny sich verabschiedet, ist Lene Weiß Rettungssanitäterin und startet in einen Sommer voller Sanitätsdienste. Der Patientenkontakt gefällt ihr gut: „Mit jedem Einsatz begegnet man einem anderen Menschen, der Hilfe braucht.“ Und noch einen Vorteil sieht sie für sich mit dem Blick auf ihre spätere Arbeit: „Wenn ich irgendwann mal Ärztin bin, dann weiß ich schon um den Alltag und die Bedürfnisse im Rettungsdienst, weil ich beide Seiten kenne.“