Betty Einhaus richtet ihre Kamera auf FLINTA*-Personen in der traditionell männlich geprägten Skateszene. Ihre dokumentarische Serie beschäftigt sich mit Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und der Frage, wer in dieser Szene Raum einnimmt. Das Foto vor dem Ihme-Zentrum verbindet diese Perspektive mit einem unverwechselbaren Stück Lindener Stadtlandschaft.
Ganz anders wirken die Bilder der ukrainischen Malerin Galina Kapitan, die in Limmer lebt. Ihre Gemälde bewegen sich zwischen Abstraktion, Pop-Art und gegenständlicher Darstellung. Kräftige Farben und markante Formen prägen ihre Bildsprache. Eine ihrer Arbeiten zeigt eine nächtliche Großstadtlandschaft, in der türkisfarbene Hochhäuser, leuchtende Reklametafeln und pinkfarbene Lichtflächen aufeinandertreffen. Ihre Werke sind in den Räumen der ehemaligen Bibliothek des Freizeitheims ausgestellt.
Im Untergeschoss, bei „Kunst im Keller“, sind neben Einhaus’ Fotografien auch die Arbeiten von Oriol „Uri“ Díaz Palleja zu entdecken. Der Lindener Künstler widmet sich dem menschlichen Gesicht. In leuchtenden Farben gestaltete Porträts beschäftigen sich mit Nähe, Intimität und zwischenmenschlicher Verbundenheit.
So entsteht eine Ausstellung, die nicht auf einen gemeinsamen Stil setzt, sondern gerade von den Unterschieden lebt: Hier die farbintensive Malerei, dort die Beschäftigung mit menschlichen Beziehungen und schließlich die fotografische Auseinandersetzung mit einer urbanen Subkultur.