Projekte für
Kinderschutz geehrt
„KinderHabenRechtePreis“ geht gleich zweimal an Initiativen aus Hannover

Hannover. Zwei Projekte aus Hannover sind mit dem Niedersächsischen „KinderHabenRechtePreis“ 2026 ausgezeichnet worden. Sowohl das interaktive Präventionsstück „Respekt, Digga! Stark ohne Gewalt“ des Theaterpädagogischen Zentrums (TPZ) für Hannover und Umgebung als auch das Comicprojekt „Gut getroffen!“ aus dem Spielpark Linden erhielten am Sonnabend, 26. September, jeweils einen der mit 3.000 Euro dotierten Preise. Die Auszeichnungen wurden im Haus der Jugend in Hannover übergeben.

„Respekt, Digga! Stark ohne Gewalt“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler und verbindet Theater mit Gewaltprävention. Das Projekt wurde 2023 vom Jugendschutz und der Straßensozialarbeit der Landeshauptstadt Hannover angestoßen und gemeinsam mit dem TPZ sowie dem Fachbereich Schule entwickelt. Inzwischen haben rund 5000 Schülerinnen und Schüler im Alter von zehn bis zwölf Jahren das Stück erlebt. Es wird regelmäßig an weiterführenden Schulen in Hannover und der Region aufgeführt.

Im Mittelpunkt stehen Konfliktsituationen, die Kindern aus ihrem Alltag bekannt sein können. Die Schülerinnen und Schüler bleiben dabei nicht in der Rolle des Publikums: An entscheidenden Stellen wird die Handlung unterbrochen. Sie können über den weiteren Verlauf beraten, Lösungsmöglichkeiten entwickeln und entscheiden, wie sich die Figuren verhalten sollen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie Konflikte ohne Gewalt gelöst werden können und welche Möglichkeiten unbeteiligte Personen haben, einzugreifen.

Nach der Aufführung endet die Auseinandersetzung mit dem Thema nicht. An einem der folgenden Tage wird das Erlebte in Workshops in den Klassen aufgegriffen. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren Szenen und Lösungswege mit theaterpädagogischen Methoden. Nach Angaben der Veranstalter war dieser Ansatz ein wesentlicher Grund für die Auszeichnung. Das Angebot für den fünften Jahrgang umfasst eine 60-minütige Aufführung mit anschließender 30-minütiger Nachbesprechung. Schulen in Hannover können das Projekt beim Fachbereich Schule unter 40.41Unterstuetzungsmanagement@hannover-stadt.de beantragen.

Ebenfalls nach Hannover ging der Preis in der Kategorie der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ausgezeichnet wurde der Spielpark Linden für „Gut getroffen!“. Dort haben Kinder in einem Workshop über Kinderrechte ein Comicheft entwickelt. Sie entschieden sich dafür, Gewalt und ihre Erfahrungen damit zum Thema zu machen. Gestaltung und Produktion wurden pädagogisch begleitet.

Das fertige Heft soll Kindern einen altersgerechten Zugang zu Grenzverletzungen und Übergriffen ermöglichen. Von „Gut getroffen!“ wurden 2000 Exemplare produziert und in Hannover verteilt. Damit erreichte das Projekt nach Angaben der Preisverleiher bereits zahlreiche Kinder und Organisationen im Stadtgebiet. Über Hannover hinaus fand die Arbeit ebenfalls Beachtung: Das Projekt wurde bereits mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis ausgezeichnet.

Der „KinderHabenRechtePreis“ wird vom Land Niedersachsen und dem Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen vergeben. Unter dem Motto „Ich kenne meine Rechte“ werden Initiativen gewürdigt, die Kinder über ihre Rechte informieren und sie an der Umsetzung beteiligen. Insgesamt ist der Preis mit 12.000 Euro ausgestattet, verteilt auf vier gleichberechtigte Kategorien mit jeweils 3.000 Euro. Die beiden weiteren regulären Auszeichnungen gingen an die AWO-Kita Wendschott für das Projekt „Unsere Rechte sind bunt“ sowie an den Verein Cluster aus Hildesheim für „Fitness im Viertel“.

Niedersachsens Sozialminister und Schirmherr Andreas Philippi hob bei der Preisverleihung die Bedeutung des Engagements für Kinderrechte hervor. „Wir in Niedersachsen wollen dazu beitragen, dass Kinderrechte und Kinderschutz in der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert einnehmen“, sagte Philippi. Entscheidend seien Menschen, die Kindern eine Stimme gäben und ihnen ihre Rechte auf Augenhöhe vermittelten.

Der Niedersächsische KinderHabenRechtePreis wurde 2026 zum 18. Mal vergeben. Er soll zugleich dazu beitragen, die seit 2009 in der niedersächsischen Landesverfassung verankerten Kinderrechte bekannter zu machen. R/HR
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