Einer der Impulsgeber war der Kinderliedermacher Unmada Manfred Kindel. Seine Vision war ein Wald, den junge Menschen selbst mitentwickeln und mit Leben füllen. Aus dieser Idee wuchs ein Beteiligungsprojekt, das inzwischen weit über Hannover hinaus bekannt ist. Von Anfang an wurden Kinder und Jugendliche nicht nur gefragt, was sie sich wünschen. Sie waren an der Planung des Geländes beteiligt, entwickelten Angebote mit und legten selbst Hand an.
Das sieht man dem Kinderwald bis heute an. Hier stehen keine fertigen Spielwelten im Mittelpunkt. Kinder bauen Weidendörfer und Waldsofas, errichten Brücken, pflanzen Bäume und Sträucher oder waten durchs Wasser. Dass Kleidung dabei schmutzig werden kann, gehört ebenso dazu wie die Erfahrung, dass aus einer eigenen Idee etwas Bleibendes entstehen kann.
So ist über drei Jahrzehnte ein außerschulischer Lernort gewachsen, an dem Naturerfahrung, Kreativität und Verantwortung eng miteinander verbunden sind. Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 18 Jahren können dort ausprobieren, planen, bauen, gärtnern und forschen. Sie erleben dabei nicht nur ökologische Zusammenhänge, sondern auch, was sie selbst können, wo ihre Grenzen liegen und wie sich Aufgaben gemeinsam lösen lassen.
Dabei gibt es nicht den einen Weg durch den Kinderwald. Feste Gruppen und Chöre gehören ebenso zum Angebot wie Familienaktionen, Camps und Feste. Kindertagesstätten, Schulen und andere Gruppen können ganzjährig Naturforscher- und Geländewerkstätten sowie Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung buchen. Gleichzeitig bleibt das Gelände ein Ort, der jederzeit auch ohne festes Programm und ohne Anmeldung erkundet werden kann.
Diese Offenheit dürfte ein Teil dessen sein, was den Kinderwald über die Jahre geprägt hat. Erwachsene begegnen dort bisweilen Erinnerungen an die eigene Kindheit, während Kinder ihre ganz eigenen Erfahrungen sammeln. Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel, Schirmherrin des Kinderwalds, beschreibt die besondere Wirkung des Ortes so: „Dass der Kinderwald so viele Menschen positiv berührt und nachhaltig in seinen Bann zieht, zeigt, welche besondere Atmosphäre hier vorherrscht. In den vergangenen 30 Jahren sind unzählige Geschichten und besonderen Momente entstanden, die den Kinderwald zu einem wundervollen Ort für Kinder und Jugendliche machen. Ich danke allen Beteiligten für das unermüdliche Engagement.“
Wie diese Idee heute mit Leben gefüllt wird, zeigt sich im aktuellen Herbstprogramm. Am Donnerstag, 22. Oktober, von 10 bis 16 Uhr können Kinder ab acht Jahren bei „Ein Tag im Wald mit Ronja Räubertochter“ die Natur einmal aus der Perspektive der berühmten Kinderbuchfigur erleben. Treffpunkt ist der Parkplatz Schulenburger Landstraße 333. Die Teilnahme kostet 4 Euro pro Kind. Anmeldungen nimmt Theresa Griese unter 0179/2634508 oder per E-Mail an theresagriese@gmx.de entgegen.
Am Freitag, 23. Oktober, von 10 bis 15 Uhr steht das Arbeiten mit Fundstücken aus dem Wald im Mittelpunkt. Beim herbstlichen Basteln mit Naturmaterialien können Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam mit ihren Eltern werkeln, hämmern und kleben. Auch hier ist der Treffpunkt der Parkplatz Schulenburger Landstraße 333, der Kostenbeitrag beträgt 4 Euro pro Kind. Die Anmeldung erfolgt ebenfalls bei Theresa Griese unter 0179/2634508 oder per E-Mail an theresagriese@gmx.de.
Eine andere Seite des Kinderwalds lässt sich am Sonnabend, 24. Oktober, von 14 bis 17 Uhr erleben. Dann laden die Waldritter Kinder von sechs bis zwölf Jahren zu einer Abenteuerreise mit Rätseln und wundersamen Wesen im Rahmen eines Liverollenspiels (LARP) ein. Treffpunkt ist der Container am Eingang des Kinderwaldes. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden sind erwünscht. Anmeldungen sind per E-Mail an daniel.baum@waldritter.de möglich.