Eine der Tafeln informiert über die Geschichte des Friedhofs An der Strangriede. Die Anlage entstand zwischen 1858 und 1864 nach Plänen des jüdischen Architekten Edwin Oppler und diente der jüdischen Gemeinde Hannovers bis 1924 als Friedhof. Mehr als 2.500 Grabstätten sind erhalten. Damit dokumentiert der Ort jüdisches Leben in Hannover im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Die zweite Tafel thematisiert das benachbarte Gebäude An der Strangriede 55. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde es als sogenanntes „Judenhaus“ genutzt. Im September 1941 mussten im Zuge der sogenannten „Aktion Lauterbacher“ rund 1.200 hannoversche Jüdinnen und Juden ihre Wohnungen verlassen und in Sammelunterkünfte ziehen. Diese Zwangseinweisungen gingen den späteren Deportationen voraus.
Onay erklärte, die Tafeln machten sowohl die Verfolgung als auch die lange Geschichte jüdischen Lebens in Hannover sichtbar. „Gerade deshalb ist es wichtig, Geschichte dort zu erzählen, wo sie stattgefunden hat. Die Tafeln laden dazu ein, genauer hinzusehen und sich mit dem jüdischen Leben und der Geschichte unserer Stadt auseinanderzusetzen“, so Onay.
Fürst betonte ebenfalls die Bedeutung konkreter Erinnerungsorte. Die Tafeln zeigten, wie eng jüdisches Leben und dessen Verfolgung in der Stadtgeschichte miteinander verbunden seien.
Die beiden neuen Informationstafeln gehören zur Überarbeitung und Erweiterung des städtischen Stadttafelprogramms. Dieses vermittelt an historischen Orten Wissen über Ereignisse, Persönlichkeiten und Schauplätze der hannoverschen Geschichte. Künftig sollen die Informationen nach Angaben der Stadt auch durch digitale Angebote ergänzt werden. Verfasst wurden die Texte der neuen Tafeln von der Historikerin Marlis Buchholz und Historiker Peter Schulze.