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Faultiernachwuchs im Erlebnis-Zoo Hannover: Das Jungtier ist nicht leicht zu entdecken

Das noch namenlose Jungtier bei denZweifingerfaultieren wurde am7. Septembergeboren.Fotos: Erlebnis-ZooHannover
Hannover. Wer ein Faultier in den Baumkronen sucht, braucht ohnehin Geduld. Beim Nachwuchs von „Aimara“ und „Artus“ im Erlebnis-Zoo Hannover gilt das derzeit umso mehr. Das Jungtier hält sich eng am Bauch seiner Mutter fest und ist zwischen ihrem Fell oft kaum auszumachen. Erst wenn es den Kopf hebt, zeigen sich die weit auseinanderstehenden dunklen Augen, die kurze Nase und der flache Kopf.

Geboren wurde das Eigentliche Zweifingerfaultier bereits am 7. September. Seine ersten Tage verbrachte es mit „Aimara“ im Innenbereich des „Zoologicums“. Inzwischen ist die Mutter bei sonnigem Wetter wieder auf der Außenanlage unterwegs und bewegt sich mit ihrem Nachwuchs durch die Bäume. Arme und Beine des Jungtiers umschlingen dabei ihren Körper.

Diese enge Verbindung zur Mutter prägt die ersten Lebensmonate. Junge Zweifingerfaultiere werden bereits erstaunlich weit entwickelt geboren. Nach einer Tragzeit von 330 bis 350 Tagen besitzen sie nicht nur Fell und Krallen, sondern auch schon sämtliche Zähne. Dennoch bleiben sie zunächst auf den Körper der Mutter angewiesen. Rund 50 Tage nach der Geburt beginnen sie, ihre Umgebung erstmals selbst zu erkunden. Zwischen sechs und zwölf Monaten werden sie allmählich selbstständig. Bis sie die Körpergröße erwachsener Tiere erreicht haben, vergehen etwa zweieinhalb Jahre.

Ob der Nachwuchs von „Aimara“ und „Artus“ männlich oder weiblich ist, steht noch nicht fest. Das Geschlecht lässt sich erst bei einem medizinischen Check bestimmen, der nach Angaben des Zoos noch lange nicht ansteht.

Auch ausgewachsene Zweifingerfaultiere sind in vieler Hinsicht auf ein Leben angepasst, das sich fast vollständig in den Bäumen abspielt. Ihre natürlichen Lebensräume liegen in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Die Tiere werden 54 bis 88 Zentimeter lang und erreichen ein Gewicht zwischen 4 und 11 Kilogramm. Sie fressen unter anderem Blätter, Blüten, Früchte und Insekten.

Charakteristisch ist ihre ungewöhnliche Körperhaltung. Faultiere bewegen sich überwiegend mit dem Bauch nach oben und dem Rücken nach unten durch die Baumkronen. Sogar die Wuchsrichtung ihres Fells ist darauf abgestimmt. Der Scheitel liegt nicht wie bei vielen anderen Säugetieren auf dem Rücken, sondern verläuft über Brust und Bauch. Regen kann dadurch besser aus dem Fell ablaufen.

An Händen und Füßen tragen die Tiere lange, gebogene Krallen. Mit ihnen halten sie sich an Ästen fest und bewegen sich langsam von Baum zu Baum. Trotz ihres gemächlichen Tempos sind Faultiere geschickte Kletterer. Den Schutz der Baumkronen verlassen sie nur selten. Lediglich alle drei bis sieben Tage steigen sie hinab, um Urin und Kot abzusetzen oder einen anderen Baum zu erreichen.

Auch ihre unauffällige Erscheinung ist ein Vorteil. Das Fell ähnelt farblich seiner Umgebung, und die langsamen Bewegungen machen die Tiere zwischen Blättern und Ästen für mögliche Feinde schwer erkennbar. Zu den natürlichen Fressfeinden des Eigentlichen Zweifingerfaultiers gehören Harpyien und Jaguare. Eine wesentlich größere Gefahr geht vom Verlust des Lebensraums aus. Wo tropischer Regenwald abgeholzt wird, verschwinden zugleich die Bäume, auf die die Tiere für Nahrung, Schutz und Fortbewegung angewiesen sind.

Im Erlebnis-Zoo zeigt der aktuelle Nachwuchs derzeit auf besonders anschauliche Weise, wie eng das Leben eines jungen Faultiers zunächst mit dem der Mutter verbunden ist. Bei warmem Wetter sind „Aimara“ und ihr Jungtier auf der Außenanlage des „Zoologicums“ zu sehen – vorausgesetzt, der kleine Körper am Bauch der Mutter fällt zwischen Fell und Ästen überhaupt auf. R/HR
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