Schöner Grillen
Die Gäste sitzen im Rauch, der Boden ist voller Fettflecken: Ein Grillabend wird manchmal zur Geduldsprobe.
Mit der passenden Gestaltung und Logistik Ihres Grillplatzes können Sie das verhindern.

Das Vergnügen im Blick:Wer gern und viel grillt, sollte Standort, Untergrund, Ablageflächen und Beleuchtung rund um den Grill gut planen.Foto: IMAGO/Maskot
Eine schnelle Bratwurst zum Abendessen, ein gemütlicher Grillabend mit Freunden – oder die saftig durchgegarte Rinderbrust aus dem Smoker für den Sonntagsbraten: Wir nutzen unseren Grill ganz unterschiedlich. Dennoch gibt es für alle Grillbegeisterten einige Voraussetzungen, die das Vergnügen deutlich verbessern können.

Überlegen Sie, was zu Ihren Grillbedürfnissen passt: Welchen Zweck soll meine Grillecke erfüllen? Wie viel Platz habe ich? Wie viele Leute möchte ich bewirten? Brauche ich einen Holzkohlegrill, Gasgrill, Elektrogrill, Smoker oder Pelletgrill? All dies hängt von Bedürfnis, Standort und Gegebenheiten im Garten (oder auf Balkon und Terrasse) ab.

Meist stellt man den Grill dorthin, wo Platz ist, eventuell geschützt an eine Hauswand. Dabei ist der Standort eine der wichtigsten Entscheidungen. Zunächst geht es um Sicherheitsabstände, um Brandgefahr oder Rauchbelästigung zu vermeiden.

Zu brennbaren Materialien wie Hecken, Holzzäunen, Schilfmatten, Holzstapeln, Sonnenschirmen oder Gartenmöbeln sollte man zwei bis drei Meter Abstand halten.

Zu Kunststoffzäunen, Holzwänden oder Hausfassaden sollten es mindestens ein bis eineinhalb Meter sein. Vorsicht bei Wärmedämmung mit Styropor: Die Isolierung kann auch unter Putz durch die Hitze schmelzen oder sogar in Brand geraten.

Zu geöffneten Fenstern und Türen hält man am besten zwei bis drei Meter Abstand, damit Rauch und Qualm nicht ins Haus gelangen oder gar den Rauchmelder auslösen.

Zum Nachbarn ist der Abstand einerseits durch Netiquette und andererseits durch das Gesetz geregelt. Für mobile Grills mit Rollen oder auch einfachen Beinen gibt es keine feste gesetzliche Regelung. Es gilt das „Gebot der nachbarlichen Rücksichtnahme“ aus dem Immissionsschutzgesetz: Rauch darf nicht direkt in die Schlaf- oder Wohnzimmerfenster der Nachbarn ziehen. Empfohlen ist ein Abstand von drei bis fünf Metern zur Grundstücksgrenze. Fest verankerte oder gemauerte Grills und Outdoor-Küchen hingegen gelten häufig als bauliche Anlage, dann greift die jeweilige Landesbauordnung. Hier sind fast überall drei Meter Mindestabstand zur Grundstücksgrenze verpflichtend, wie auch für Garagen oder Gartenhäuser.

Grundsätzlich sollte der Rauch vom Haus und dem Sitzbereich in einen offenen Bereich wegziehen. Deshalb sollte der Grill nie in engen Durchgängen (wie zwischen Hauswand und Garage) stehen. Dort wird der Wind gebündelt und beschleunigt, wodurch bei Holzkohle schnell Glut oder Asche herumgewirbelt werden kann. Bei Gasgrills drückt der Wind durch die Lüftungsschlitze, und durch die entstehenden Temperaturschwankungen kann das Fleisch ungleichmäßig gegart sein, der Gasverbrauch deutlich ansteigen oder die Flamme einfach ausgehen.

Tipp: Machen Sie einen „Räucher-Test“, bevor der Grillplatz final gepflastert wird. Zünden Sie dazu an einem leicht windigen Tag eine brennende Kerze oder den provisorisch aufgestellten Grill an und schauen Sie, wie sich der Rauch entwickelt. Entgegen der allgemeinen Annahme sollte Wind von hinten kommen. So fungiert der Deckel als Windschutz und schafft eine Ruhezone über dem Grillgut. Kommt der Wind von vorn, wird er im Deckel gesammelt und komprimiert auf das Grillgut gedrückt.

Wie kommen Sie von der Küche zum Grill und vom Grill zum Esstisch? Es lohnt sich, diese Frage vorab zu stellen. Ideal ist ein Standort, der gut erreichbar ist und über ausreichend Platz zum Arbeiten verfügt. Planen Sie kurze und direkte Wege zur Küche ein, um Nachschub zu holen, dreckiges Geschirr loszuwerden oder zum Kühlschrank zu kommen.

Man kann den Grill einfach auf den Rasen stellen – es geht aber auch besser. Denn die Hitze kann Rasen, Terrassendielen aus Holz oder sogenannte WPC-Dielen schnell unansehnlich machen, und Funken oder heruntergefallene Grillkohle können trockene Halme entzünden. Setzen Sie auf feuerfeste und leicht zu reinigende Untergründe wie Feinsteinzeug, glasierte Keramikfliesen oder Klinker. Ebenfalls geeignet, aber anfälliger für Fettflecken, sind Natursteinplatten wie Sandsteinbeläge, Terrakottafliesen, Pflaster- beziehungsweise Ziegelsteine oder auch Betonstein. Auch Rollsplitt oder Erde sowie feuerfeste Bodenschutzmatten (auch Grillmatten oder Grillteppiche genannt) sind geeignet.

In einer Hand die Grillzange, in der anderen ein Getränk: Wer keine Ablageflächen in der Nähe des Grills hat, hat alle Hände voll zu tun. Planen Sie immer etwas Platz für Zangen, Grillhandschuh, rohes und fertiges Grillgut sowie ein Getränk ein. In vielen Fällen reicht ein Beistelltisch. Neben Ablage- bietet sich auch Arbeitsfläche an, um Grillgut bequem auszupacken und vorzubereiten, Spieße anzufertigen oder Salate zuzubereiten.

Eine Überdachung – etwa Pergola, Pavillon, Markise oder Dach – verhindert, dass Grillgut und Kohle durchnässt werden. Zwischen geöffnetem Deckel des Grills (also dem höchsten Punkt) und Dach sollten etwa eineinhalb Meter Luft sein. Wer unter einem geschlossenen Dach grillt, sollte die Seiten offen halten, um Durchluft zu ermöglichen, damit kein Hitzestau entsteht. Ideal sind Lamellendächer, die sich bei Regen schließen und beim Grillen leicht öffnen lassen. Bei Lösungen aus Holz sollte wegen der Brandgefahr ein Mindestabstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden. Vorsicht ist auch bei Stoffmarkisen und -sonnenschirmen geboten.

Für einen geselligen Grillplatz lohnt sich ein Zweizonenkonzept mit Arbeitslicht und Stimmungslicht. Am Grill muss man auch abends sehen können, was auf dem Rost liegt. Daher sollte das Licht hier heller und am besten farbecht sein, etwa Kalt- oder Neutralweiß mit hohem CRI-Wert (Farbwiedergabeindex). Am Tisch oder in der Sitzecke darf das Licht ruhig etwas schummriger sein. Warmweiß vermittelt wohlige Gemütlichkeit, ebenso wie der Einsatz mehrerer kleiner Lichtquellen – etwa Lichterketten in Bäumen oder Hecken, Tischleuchten oder indirekte Wandstrahler.

Um den Grillmeister oder die Grillmeisterin in die gesellige Runde zu integrieren und seiner oder ihrer Einsamkeit vorzubeugen, positionieren Sie den Grill wie eine Kochinsel in modernen Küchen: im 90-Grad-Winkel oder gegenüber vom Tisch und mit Blick in die Runde. Wird der Arbeitsbereich neben dem Grill leicht erhöht als Tresen gestaltet, animiert man Gäste dazu, mit einem Getränk Platz zu nehmen oder sich zum Plaudern hinzustellen wie in einer Bar. Und wenn genug Platz zur Verfügung steht, können sogar Sitzbänke rund um den Grillplatz angelegt werden.

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