Die Geschichte des Hauses ist eng mit seinem früheren Eigentümer Ernst Korte verbunden. Der ehemalige Hanomag-Direktor verfügte, dass seine Villa nach seinem Tod an die Stadt Hannover fallen sollte – unter der Bedingung, dass die Arbeiterwohlfahrt dort eine Begegnungsstätte für ältere Menschen betreibt. 1966 übergab der damalige Oberbürgermeister August Holweg den Schlüssel an die damalige AWO-Vorsitzende Grete Hofmann. Seither hat sich das Angebot immer wieder den Bedürfnissen der Menschen im Stadtteil angepasst.
Nicht nur Geselligkeit und Freizeitgestaltung gehören zum Haus. Mit der „AWO sprechZEIT“ gibt es dienstags von 10 bis 12 Uhr eine kostenfreie Beratungsstelle für Menschen ab 60 Jahren. Dort können Fragen aufgegriffen werden, die mit dem Älterwerden oder einer veränderten Lebenssituation zusammenhängen. Dazu zählen Pflegeanträge und Vorsorgedokumente ebenso wie Wohnformen im Alter, Möglichkeiten ambulanter und stationärer Versorgung oder finanzielle Hilfen. Auch Einsamkeit, fehlende Kontakte und die Gestaltung der Zeit nach dem Berufsleben können Thema sein. Bei Bedarf soll die Beratung zudem zu weiterführenden Hilfen vermitteln.
Daneben prägen feste Gruppen den Wochenplan. Montags treffen sich ein generationenübergreifendes Musikensemble und der Linden-Limmer-Chor, mittwochs stehen Bridge sowie ein Senioren-Clubnachmittag auf dem Programm. Donnerstags kommen eine russischsprachige Gruppe und eine internationale Gruppe zusammen, freitags wird Schach gespielt. Hinzu kommen unter anderem russische und ukrainische Spielegruppen sowie mehrmals im Jahr eine Gruppe für Menschen mit künstlicher Herzklappe.
Im März 2026 startete das Sonntagsfrühstück. An jedem ersten Sonntag im Monat stehen die Türen von 8.30 bis 11.30 Uhr offen. Die Idee richtet sich besonders an Menschen, die den Sonntag nicht allein am Frühstückstisch beginnen möchten. Kaffee, Tee, Brötchen und Butter werden gestellt, die Teilnehmenden bringen beispielsweise Aufschnitt oder Marmelade mit. Die Lebensmittel sollen originalverpackt und ungeöffnet sein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei; Spenden sind möglich. Initiiert wurde das Frühstück von der ehrenamtlich engagierten Nadja Hömke.
Praktische Hilfe bietet einmal im Monat das Repair Café des AWO-Ortsvereins Linden-Limmer. An jedem dritten Sonnabend von 14 bis 17 Uhr können Besitzer defekter Gegenstände und kleiner Haushaltsgeräte gemeinsam mit technisch erfahrenen Ehrenamtlichen versuchen, diese wieder instand zu setzen. Dabei geht es nicht um einen klassischen Reparaturservice: Die Besucher arbeiten unter Anleitung selbst mit. So lassen sich im besten Fall Neuanschaffungen vermeiden und zugleich Kenntnisse über die eigenen Geräte gewinnen.
Dass solche Angebote möglich sind, hängt auch vom ehrenamtlichen Engagement ab. Viele Gruppen werden von Menschen getragen oder unterstützt, die ihre Zeit und Kenntnisse einbringen. Zugleich wurde in den vergangenen Jahren in das Gebäude investiert. Die Stadt Hannover erneuerte unter anderem das Dach und schuf einen barrierearmen Zugang auf der Rückseite. Auch Ausstattung und Garten wurden modernisiert. Eine Spende des Bezirksrats Linden-Limmer in Höhe von 600 Euro soll für einen neuen Backofen verwendet werden. Das Ernst-Korte-Haus befindet sich in der Posthornstraße 27 in Hannover-Linden.
Informationen zu den Angeboten der Seniorenarbeit gibt Jeanette Kießling unter (0511) 21978-1274 oder per E-Mail an jeanette.kiessling@awo-hannover.de.