Der Wunsch nach Kühlung ist also enorm. Jedoch bleibt bei mobilen Klimageräten mit Abluftschlauch grundsätzlich das Problem, dass warme Luft direkt wieder ins Zimmer gelangt, wenn der Schlauch einfach aus dem Fenster gehängt wird. Das verringert die Kühlleistung und erhöht die Stromkosten.
Im Internet zeigen vermeintlich clevere Heimwerker selbstgemachte Lösungen, wie sie dieses Problem beheben. Genau vor solchen Selbstbau-Lösungen warnen allerdings Feuerwehr- und Schornsteinfeger-Verbände. Durch Unwissenheit kann sich so Kohlenmonoxid ansammeln, das zu schweren gesundheitlichen Schäden oder sogar zum Tod führen kann.
Videos im Internet zeigen, wie die heiße Luft direkt durch den Schornstein abgeführt wird. Dabei wird der Abluftschlauch der Monoblock-Geräte einfach an Anschlüsse von Kaminöfen oder direkt an Klappen am Schornsteinschacht angeschlossen.
Doch Schornsteine und Abgasanlagen sind dafür vorgesehen, die Abgase von Feuerstätten sicher ins Freie abzuleiten. Gemeint sind nicht nur Kamin und Ofen, sondern auch Gastherme oder Durchlauferhitzer. Welche Feuerstätten tatsächlich an den Schornstein angeschlossen sind, ist für Laien oft nur schwer zu beurteilen. Ein scheinbar ungenutzter Schornstein kann dennoch belegt sein.
Das Problem der Internet-Lösungen ist erst auf den zweiten Blick erkennbar. Denn durch den Abzug wird die warme Raumluft wie gewünscht ins Freie gezogen - ohne dass durch ein für den Abluftschlauch offenes Fenster neue warme Luft hineinkommt. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der Abgase in die Wohnräume ziehen kann, wenn der Unterdruck den Abluftsog übersteigt. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung kommen. Betroffen sind raumluftabhängige Thermen. Diese ziehen den für die Verbrennung notwendigen Sauerstoff direkt aus dem Umfeld, in dem sie aufgestellt sind.
Wenn die Belüftung beeinträchtigt ist, besteht auch bei regelmäßig gewarteten und geprüften Geräten ein Risiko. Sie sind zudem nur für bestimmte Druckverhältnisse geprüft. Besonders hoch ist die Gefahr jedoch bei veralteten oder schlecht gewarteten Gasthermen. Branchenschätzungen zufolge trifft das auf mehr als ein Drittel der Gasthermen zu.
Achtung bei selbstgebauten AbdichtungenAuch andere Methoden, den Abluftschlauch der mobilen Klimaanlage nach außen zu führen, können heikel sein. In den sozialen Netzwerken bauen sich Menschen Abdichtungslösungen für ihre mobilen Klimaanlagen, indem sie MDF-Platten, Sperrholz, Plexiglas oder - besonders beliebt - Doppelstegplatten passgenau auf ihre Fenster zuschneiden, die dieses bis auf das Loch für den Abluftschlauch komplett abdichten.
Dadurch entsteht wieder Unterdruck, der besonders bei leistungsstarken mobilen Klimageräten stärker sein kann als der natürliche Abzug. Daher sollten in solchen Fällen beide Geräte, Klimaanlage und Gastherme, nicht gleichzeitig laufen, um einen CO-Austritt zu verhindern.
Wie groß ist die Gefahr durch mobile Klimageräte?Nach Angaben der Initiative „CO macht KO“ wurden zwischen 2014 und 2024 durchschnittlich etwa 3500 Patientinnen und Patienten jährlich mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung in Deutschlands Krankenhäuser eingeliefert. Jede Sechste davon endete tödlich. Jedoch lässt sich nicht ermitteln, welcher Anteil davon auf eine Nutzung von mobilen Klimaanlagen zurückgeht. Fehlerhafte Feuerstätten und Heizungsanlagen sind eine der Hauptursachen.
Um potenziell gefährlichen Unterdruck zu vermeiden, raten Experten zu einigen einfachen Schritten.
• Kein gleichzeitiger Betrieb: Mobile Klimaanlagen sollten nicht gleichzeitig mit anderen Feuerstätten, wie Gasthermen, laufen. Während des Duschens oder Abwaschens (wenn die Therme zur Warmwasseraufbereitung läuft), sollten mobile Klimageräte abgeschaltet werden.
• Für Luftzufuhr sorgen: Auch wenn die warme Luft draußen bleiben soll: Ein gekipptes Fenster oder leicht geöffnete Terrassentür sorgen für ausreichend Frischluftzufuhr, damit kein Unterdruck entsteht.
• CO-Melder kaufen: Nur CO-Warnmelder können Kohlenmonoxid aufspüren. Sie schlagen Alarm, bevor gesundheitsschädliche Werte erreicht werden und können auch aus dem Schlaf wecken. Verwenden Sie einen nach EN 50291 geprüften Warnmelder.
• Regelmäßige Wartungen: Abgaskontrollen und Wartungen sollten etwa einmal jährlich durch Fachkräfte erfolgen.
Die mobilen Standgeräte sind beliebt: Sie sind einfach in Betrieb zu nehmen, benötigen keine baulichen Maßnahmen und sind im Vergleich zu fest installierten Klimaanlagen preisgünstig. Jedoch erfordern Kältemittel, Abluftführung und Elektrik Aufmerksamkeit, wie der TÜV-Verband e.V. zu bedenken gibt.
Moderne Split-Klimaanlagen (Geräte mit Innen- und Außeneinheit) etwa arbeiten mit einem geschlossenen Kreislauf, bei dem keine Raumluft nach außen geblasen wird. Diese Geräte entziehen dem Raum keine Luft und seien in Verbindung mit Gasthermen sicherer. Sie sind in der Regel leistungsfähiger und effizienter, aber auch teurer. Und eher eine Investition für die kommenden Jahre.
Damit Sie eine Entscheidung treffen können, welches Klimagerät das Richtige für Sie ist, haben wir hier die unterschiedlichen Modelle nach Informationen des TÜV-Verbands zusammengestellt:
• Mobile Monoblock-Klimageräte (Einschlauchgeräte): Am weitesten verbreitet, kühlen Raumluft mithilfe eines Kühlmittels und leiten die Abwärme über einen Luftschlauch nach außen. Vergleichsweise günstig und ohne Montage. Nachteil ist das beschriebene Unterdruck-Problem. Kosten ab 300 Euro für einfache Einschlauchgeräte.• Zweischlauchgeräte: Funktionsweise wie Einschlauchgeräte, verfügen aber über einen zusätzlichen Schlauch, der Außenluft ansaugt, Unterdruck vermeidet und effizienter kühlt. Startet bei rund 600 Euro. Inzwischen sind auch Adapter für vorhandene Einschlauchgeräte erhältlich.
• Verdunstungskühler: Arbeiten ohne Kältemittel. Ein Ventilator bläst Luft über wassergetränkte Kühlpads. Der angefeuchtete Luftstrom wirkt über die Verdampfung kühlend. Verbrauchen weniger Strom, senken aber auch nicht wirklich die Raumtemperatur.
• Mobile Split-Klimageräte: Recht neue Geräteklasse, nutzt die gleiche Technik wie fest installierte Anlagen mit Innen- und Außengerät, mit einem dünnen Schlauch miteinander verbunden. Leistungsfähiger, effizienter und leiser als Monoblock-Geräte. Benötigen Platz und eine sichere Aufstellung. Kleine Geräte ab 500 Euro erhältlich, in der Preisklasse eher für kleinere Räume oder als Camping-Zubehör geeignet.Wichtig ist in jedem Fall der richtige Umgang mit dem Klimagerät. Beachten Sie dafür genau die Bedienungsanleitung.