Alles so pastell hier
Mit Seifenblasen, Tanz und Nagellack
eröffnet die Band „Searching for Home“
die Sommernächte im Gartentheater

„Innerlich haben wir Partyhüte auf“: Die Band Searching for Home eröffnet die Sommernächte im Gartentheater Herrenhausen.Foto: Oliver Gehrmann
Hannover. Die Sommernächte im Gartentheater Herrenhausen starten optimistisch. Das Publikum schält sich nach einem kurzen Schauer aus den durchsichtigen Plastikponchos, während kurz vor Beginn des Konzertes der Pavillon abgebaut wird, der eigentlich die Band vor Regen schützen sollte. Die Musiker treten, in Pastelltönen gekleidet, auf die Bühne und singen in ihrem ersten Song „More Bubbles“ von Seifenblasen.

Searching for Home heißt die normalerweise elfköpfige Truppe, die – in Kooperation mit dem Jazzclub – die Sommernächte eröffnen soll. Neun ihrer Mitglieder stehen auf der Bühne. Die Band selbst, erklärt Sängerin Lina Ida Wutzler, habe sich aus einem erzgebirgischen Duo entwickelt. Zu Schlagzeug und Percussion kamen nach und nach immer mehr Leute dazu. Bis sie zu elft waren. In diesem Jahr feiert die Band Jubiläum. Die Band, sagt Wutzler, sei dagegen gewesen, auf der Jubiläumstour mit Partyhüten aufzutreten. „Aber innerlich haben wir Partyhüte auf“, sagt sie. Äußerlich gibt es von der Truppe eine sanfte – pastellige – Mischung aus Funk und Pop mit teilweise komplexen Rhythmen, die dem Publikum das Tanzen unter den Lichterketten erschweren, aber nicht unmöglich machen. Als Ausgleich bringt Wutzler dem Publikum bei, einen Refrain dreistimmig mitzusingen.

16 Veranstaltungen gehören bis zum 23. August zur Kulturreihe im Gartentheater der Herrenhäuser Gärten – Musik, Kino, Literatur, unter anderem auch die Lange Nacht der Lüttje Lage, die beliebte, Sonnenaufgangslesung „Zwischen Nachtigall und Lerche“ und das hannoversche Duo Ottolien.

Zwischen Bläsersatz und Percussion singt Wutzler mittlerweile über ihre Liebe zu den Beatles und Büchern, während die Menschen auf der Tanzfläche sich langsam an die wechselnden Rhythmen gewöhnt haben. Man könne, sagt sie, am Merch-Stand auch das aktuelle Album der Band kaufen. Außerdem sei Nagellack da, auf Wunsch lackiere man mit oder ohne Albumkauf die Nägel des Publikums. In, selbstverständlich, Pastelltönen. „Ihr geht hier auf jeden Fall schöner wieder weg, als ihr hergekommen seid“, sagt Wutzler. Klingt doch gut. Etwas optimistisch vielleicht, aber der Regen ist ja auch vorbeigezogen.

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