Birding boomt
Amsel, Drossel, Fink und Star – und vielleicht ein seltenes Exemplar
kann man bei der Vogelbeobachtung entdecken. So gelingt der Start.

Ein Fernglas, robuste Kleidung und Bestimmungshilfen wie Bücher oder Apps sorgen für ein erfolgreiches Naturerlebnis.Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Oft reicht schon ein moderner Begriff, damit etwas trendet. Birding etwa: Es bezeichnet Vogelbeobachtung – Menschen halten nach Vögeln Ausschau, treffen sich dafür in Gruppen und teilen ihre Erfahrungen auf Social Media. Das Schöne daran: Es ist ein Hobby mit Erfolgsgarantie – wer mit offenen Augen und Ohren durch die Landschaft gehe, begegne fast überall Vögeln, heißt es von der Deutschen Wildtier Stiftung. Das Beobachten der Tiere in freier Natur sei gleichermaßen spannend wie entspannend. Mit diesen drei Tipps der Stiftung gelingt ein schneller Einstieg ins Birding:

Der richtige Ort und Zeitpunkt: Am besten kann man Vögel in den frühen Morgen- und Abendstunden beobachten. Denn kurz vor Sonnenaufgang und -untergang sind die meisten Vögel aktiv. Eulen und Käuze sieht und hört man besser unter dem Sternenhimmel. Ideal für Entdeckungen sind Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete, vielleicht sogar mit Aussichtsplattformen an Sammelplätzen oder Brutgebieten. In Städten können Vogelfans Kleingärten, Parks, Friedhöfe oder alte Industriebrachen aufsuchen.

Die passende Ausrüstung: Die Stiftung empfiehlt ein 8x42-Fernglas, das bedeutet: Das Bild ist achtfach vergrößert, die Frontlinse hat 42 Millimeter Durchmesser. Eine große Linse ist sinnvoll, weil das Glas dann mehr Licht einfängt und sich auch für schlechte Lichtverhältnisse eignet. Robuste Kleidung ist praktisch, am besten mit Taschen für ein Mücken- und Zeckenspray und ein Notizbuch mit Stift. Wer länger unterwegs ist, braucht etwas Proviant.Das korrekte Verhalten: Ruhiges Verhalten ist das A und O, denn Vögel reagieren empfindlich auf plötzliche Gesten oder laute Geräusche. Bewegen Sie sich langsam und bedächtig, setzen Sie sich lieber still an eine Hecke oder den Waldrand, statt viel herumzulaufen. Bleiben Sie auf ausgewiesenen Wegen und verfolgen Sie die Tiere nicht für bessere Fotos. Vor allem Nester sind tabu! Die Wildtier Stiftung bittet auch darum, die Tiere nicht mit Tonaufnahmen anzulocken – das kann ein Revierverhalten auslösen, Stress verursachen und die Brutpflege stören.

Zum Experten werden: Wer das Hobby nicht nur für sich selbst macht, sondern darüber hinaus etwas für die Wissenschaft tun möchte, kann seine Beobachtungen zum Beispiel auf der Internetplattform „ornitho.de“ oder in der entsprechenden App „NaturaList“ melden. Diese Daten bündelt der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) für wissenschaftliche Auswertungen und den Artenschutz. Nebenbei entsteht laut dem DDA ein ganz persönliches Orni-Tagebuch mit Fotos und Tonaufnahmen.

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