Die warmen Sommertage und ab und zu Regen sind ideal für Stechmücken in Deutschland. „Feuchtes und warmes Wetter bedeutet optimale Bedingungen – die Mücke schreit hurra", sagt die Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Das trifft auf die Gemeine Hausmücke ebenso zu wie auf die Asiatische Tigermücke, die besonders für Gartenbesitzer sehr lästig werden kann. Insgesamt gibt es mehr als 50 Stechmückenarten in Deutschland.
Die Gemeine Hausmücke beginnt Mitte Mai, Eipakete abzulegen, wie Werner erklärt. Ist es feucht und warm, können sich mehrere Populationen im Jahresverlauf entwickeln – die Hausmücke findet genügend Wasserpfützen als Bruthabitat. Umgekehrt werde eine länger andauernde Hitzewelle ohne Regen für Hausmücken zum Problem, so die Diplom-Biologin: „Fehlt Regen über zwei bis drei Wochen, ist die Entwicklung stark eingeschränkt, da dann die Bruthabitate Mangelware sind.“
Auch die Asiatische Tigermücke baue ihre Populationen über den Sommer auf, sei aber im Gegensatz zu den Hausmücken in der Lage, schon kleinste Wasseransammlungen zu nutzen, um sich zu vermehren. Es reichten mit Wasser gefüllte Blumentopf-Untersetzer, Vogeltränken oder Blumenvasen auf Friedhöfen. Die Tigermücke wird zudem zum echten Plagegeist für jede Gartenparty. „Das sind ganz kleine fiese Stecher“, sagt Werner.
Die Tigermücke, die ursprünglich aus den Tropen stammt, kann Krankheitserreger wie Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen. Bisher ist in Deutschland kein solcher Fall bekannt, Experten halten es aber nur für eine Frage der Zeit. Die Tigermücke kann Erreger nur übertragen, wenn sie sich selbst vorher an einem erkrankten Blutwirt infiziert.
Die Bevölkerung kann laut Werner einfache Schutzmaßnahmen umsetzen, um das Mückenaufkommen zu verringern: Regentonnen sollten mit einem engmaschigen Netz abgedeckt werden, damit die Mücken dort keine Eier legen können. Das Wasser von Vogeltränken sollte man alle drei Tage austauschen und leere Blumenvasen auf Friedhöfen umgekehrt abstellen.