Heimat in Bewegung
Jugendprojekt verbindet Tänzerinnen aus Hannover und Bristol

Hannover. Was bedeutet Heimat, wie entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit und welche Rolle spielt Gemeinschaft? Mit diesen Fragen beschäftigen sich 18 Tänzerinnen aus Hannover und der englischen Partnerstadt Bristol im Jugendtanzprojekt „Letters from home“. Die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit sind am ersten Augustwochenende bei zwei rund 20-minütigen Aufführungen in Hannover zu sehen.

Die erste Präsentation beginnt am Sonnabend, 1. August, ab 18 Uhr in der Eisfabrik, Seilerstraße 15 F. Kostenlose Plätze können im Internet unter eisfabrik.com reserviert werden. Ein weiterer Auftritt folgt am Sonntag, 2. August, ab 14.30 Uhr beim Butjerfest auf der Faustwiese, Zur Bettfedernfabrik 3. Der Eintritt zu beiden Aufführungen ist frei.

An dem Projekt nehmen Tänzerinnen im Alter von 15 bis 20 Jahren teil. Sie kommen aus Hannover und Bristol und entwickeln während ihrer gemeinsamen Arbeitsphase Choreografien rund um die Begriffe Heimat und Zuhause. Unter dem Titel „Letters from home“ setzen sie sich tänzerisch mit persönlichen Erinnerungen, unterschiedlichen Lebenswelten und der Frage auseinander, was Menschen mit Orten und miteinander verbindet.

Geleitet wird die Begegnung von der hannoverschen Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin Bettina Paletta. Unterstützt wird sie unter anderem von der jungen Tänzerin Milena Rudi. Zum künstlerischen Leitungsteam gehören außerdem Helen Wilson und Luke Antysz von der Jugendtanzcompany RISE Youth Dance aus Bristol. Hannah Nelmes und Milena Rudi sind als Nachwuchs-Tanzleiterinnen beteiligt. Die Musik stammt von Emre Kesim.

Geprobt wird an mehreren Orten im hannoverschen Stadtgebiet. Neben dem Tanzraum Faust und dem Freizeitheim Linden gehört auch die Eisfabrik zu den Trainingsstätten. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die abschließende Bühnenpräsentation. Die Jugendlichen sollen während der gemeinsamen Arbeit unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen kennenlernen, eigene Erfahrungen einbringen und sich über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg austauschen.

Grundlagen für die Choreografien entstanden bereits vor Beginn der eigentlichen Tanzbegegnung. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Limmer, Seniorinnen aus dem Freytaghaus des Stephansstifts sowie Besucherinnen und Besucher des inklusiven Vereins „Normal in Linden“ beschäftigten sich mit ihren Vorstellungen von Heimat, Identität und Zusammenleben. Ihre Gedanken und Geschichten fließen als Anregungen in die Arbeit der Tänzerinnen ein. Die hannoversche Autorin Carmela Dentice begleitete diesen Teil des Projekts mit Schreib- und Storytelling-Workshops.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Freizeitheim Linden und RISE Youth Dance besteht seit 2022. Projektleiterinnen sind Julia Speckmann auf hannoverscher Seite und Helen Wilson in Bristol. Ziel der Kooperation ist es, jungen Menschen aus beiden Partnerstädten einen längerfristigen internationalen Kultur- und Tanzaustausch zu ermöglichen. Dabei sollen nicht nur gemeinsame Produktionen entstehen, sondern auch neue Kontakte zwischen den beteiligten Jugendlichen und Einrichtungen.

Auf der Bühne stehen Anouk Palmer-Moenks, Geovanna Romagnoli, Ianthe Rushton, Isabelle Drew Darocca, Jonna Rehage, Laura Gutberlet, Lia Fee Bartsch, Linnja Koch, Maggie Jones, Marieke Kersting, Meabh Maguire, Melody-Cennet Eike, Mila Wittenberg, Morag Carver Brown, Pippa Bull, Tchii-Anna Edwards, Sophie Ashwell und Yuna Piontek. RED
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