Lange Tage, laue Abende und viel Zeit im Freien: Der Sommer lädt dazu ein, Garten, Balkon und Natur zu genießen. Auch viele Wildtiere sind jetzt aktiv und lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit und Rücksicht unterstützen.
„Auch Wildtiere haben an heißen Tagen Durst“, sagt Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtierstiftung. Einfach, aber effektiv seien flache Wasserschalen im Garten und auf dem Balkon. Ein Stein oder ein Stock in der Schale diene Vögeln und Insekten als Landeplatz; sie fliegen auch an höher gelegene Tränken. „Andere Gartentiere wie Igel, Eichhörnchen und Mäuse brauchen hingegen Wasserstellen auf dem Boden“, so Calvi. Wichtig sei, das Wasser täglich zu wechseln, damit sich keine Krankheitserreger ansammeln.
Bei sommerlicher Hitze bevorzugen auch Wildtiere Schatten und Rückzugsorte. Dichte Sträucher, Totholzhecken, Laub- und Reisighaufen, ungemähte Ecken mit hohen Gräsern, Kleeflächen und Wildkräutern bieten Abkühlung. Zudem sind im Sommer viele Vogelarten auf die Samen von Wildkräutern sowie auf Insekten angewiesen. „Gräser und Stauden sollten möglichst ungestört wachsen, blühen und Samen ausbilden können“, betont die Expertin. Singvögeln bietet man mit frischen Mehlwürmern aus dem Tierfutterhandel eine gute Nahrungsquelle. Calvi hat noch einen Tipp, wie man Tiere nicht gefährdet: Um sie vor dem Ertrinken zu bewahren, sollten Regentonnen und Teiche mit Deckeln oder Netzen abgedeckt werden. Zudem können sich Tiere, die versehentlich ins Wasser gefallen sind, mit einfachen Ausstiegshilfen, etwa Ästen, retten.
Der Rasen sollte bei Trockenheit möglichst selten oder gar nicht gemäht werden. Im hohen Gras können sich kleinere Wildtiere wie Insekten und Käfer vor der Sonne schützen und Kühlung finden. Wenn gemäht wird, unbedingt die Bereiche unter Hecken aussparen, denn hier haben Igel häufig ihre Tagesverstecke. Und nicht in der Dämmerung oder nachts mähen – denn das ist die Zeit, wo es abkühlt und viele Wildtiere wie Igel und Kröten auf Nahrungssuche gehen.
Wer hingegen im Wald Abkühlung sucht, sollte immer auf den offiziellen Wegen bleiben. Wildtiere seien im Hitzestress, betont Calvi: Sie möchten sich jetzt so wenig wie möglich bewegen. Wer durch das Dickicht streift, scheucht im Zweifel Fuchs, Reh und Rothirsch auf – die Tiere flüchten und verbrauchen Energie, die sie jetzt sparen müssten. Und: „Am See bitte die Uferbereiche meiden, denn im Schilf verbergen sich meist Ente, Gänse und andere Wasservögel im Ruhemodus.“ Generell sollten Hunde angeleint werden.