Mehr Hilfe für junge Wohnungslose
Stadt Hannover schafft mit dem Projekt „@home“neue Notschlafplätze an der Cäcilienstraße

Hannover. Die Stadt Hannover will junge Erwachsene mit drohender oder bereits bestehender Wohnungslosigkeit gezielter unterstützen. Der Jugendhilfeausschuss der Landeshauptstadt hat dafür kürzlich das Projekt „@home“ beschlossen. Es richtet sich an 18- bis 21-Jährige, für die es nach Einschätzung der Stadt bislang eine Versorgungslücke gibt. Getragen wird das Vorhaben gemeinsam von den städtischen Fachbereichen Jugend und Familie sowie Gesellschaftliche Teilhabe.

Ab Oktober sollen an der Cäcilienstraße zunächst drei Notschlafplätze zur Verfügung stehen. Dort können junge Erwachsene für eine oder mehrere Nächte unterkommen, ohne sich vorher anmelden zu müssen. Ergänzend sind 15 Plätze vorgesehen, die für jeweils sechs Monate zugewiesen werden. Die Unterbringung soll in Wohngemeinschaften erfolgen. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter begleiten die jungen Menschen dabei, zur Ruhe zu kommen und eine Perspektive für die nächsten Schritte zu entwickeln.

Die Stadt knüpft mit dem neuen Angebot an Erfahrungen aus der Jugendhilfe sowie an das Projekt „Plan B OK“ an. Das Orientierungs- und Klärungsangebot war von 2021 bis 2024 ebenfalls in der Cäcilienstraße untergebracht und wurde von Stadt und Region Hannover finanziert. Es diente jungen Menschen vor allem dazu, sich über einen Zeitraum von sechs Monaten zu stabilisieren. Nach dem Ende dieses Projekts wird das Gebäude weiter für die Unterbringung junger Erwachsener genutzt. „@home“ ergänzt den Standort nun um ein neues Betreuungskonzept.

Das Haus an der Cäcilienstraße 5 wird seit 2012 vom Fachbereich Gesellschaftliche Teilhabe für Unterbringungszwecke genutzt. Diese Nutzung ist derzeit bis zum 31. Mai 2029 vorgesehen. Das Mehrfamilienhaus verfügt über acht Wohnungen mit jeweils drei Zimmern, Küche und Bad auf vier Etagen. Dadurch sollen kleine Wohngemeinschaften entstehen können. Außerdem sind Räume für soziale Arbeit und einen Sicherheitsdienst vorgesehen. Die Belegung des Hauses soll gemeinsam von den Fachbereichen Jugend und Familie sowie Gesellschaftliche Teilhabe gesteuert werden. Menschen, die derzeit in der Cäcilienstraße 5 wohnen und älter als 21 Jahre sind, sollen nach dem Beschluss neue Zuweisungen in andere Objekte erhalten.

Nach Angaben der Stadt geraten junge Erwachsene aus unterschiedlichen Gründen in unsichere Wohnsituationen. Genannt werden unter anderem finanzielle Belastungen, psychische Probleme, Drogengebrauch oder Konflikte in der Familie. Häufig werde Wohnungslosigkeit zunächst durch Übernachtungen bei Bekannten verdeckt. Dieses sogenannte Couchhopping könne eine Zeit lang helfen, sei aber keine verlässliche Lösung. Wenn solche privaten Ausweichmöglichkeiten wegfielen, seien reguläre Wohnangebote für die Betroffenen nur schwer erreichbar.Hannovers Dezernentin für Jugend, Familie und Sport, Susanne Blasberg-Bense, sieht in dem Projekt deshalb einen wichtigen Schritt. „Junge Erwachsene benötigen einen geschützten Wohnraum sowie intensive sozialpädagogische Begleitung, um soziale Schwierigkeiten zu überwinden. Bestehende Angebote der Wohnungslosenhilfe werden von dieser Zielgruppe gemieden. Deswegen sind wir sehr glücklich, dass wir nun innerhalb der Stadtverwaltung ein derartig bundesweit einmaliges Angebot geschaffen haben, um vor allem dieser bislang zu wenig berücksichtigten Gruppe junger Menschen dabei zu helfen, einen guten Weg ins Leben zu finden“, sagte sie. RED
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