So vermeiden Sie Stromschläge und Lecks
Wer im Garten gräbt, sollte vorher in Erfahrung bringen, wo Versorgungsleitungen verlaufen

Vorsicht bei Tiefbauarbeiten!Foto: Zacharie Scheurer/dpa

Gartenteich anlegen oder neue Wege: Wer größere Gartenarbeiten plant, sollte sich im Vorfeld über den Verlauf von unterirdischen Leitungen wie Strom-, Gas- und Wasserleitungen informieren. Sonst kann es teuer und gefährlich werden.

Hier droht Gefahr: „Kommt es zu Zwischenfällen, bei denen erdverlegte Leitungen beschädigt werden, sind nicht nur Versorgungsausfälle und hohe Kosten für die Reparatur möglich, sondern es entstehen auch Risiken für die Gesundheit – angefangen bei Stromschlägen bis hin zu Gasaustritten", warnt der Netzbetreiber Netze BW in Stuttgart. Ein wenig Buddeln stellt kein Problem dar. Hebt man jedoch einen Gartenteich aus oder legt Wege mit Pflaster- und Tiefbordsteinen an, sollte man sich informieren, was sich im Erdreich befinden könnte.

So finde ich Leitungen: Eigentümer und Bauherren sind verpflichtet, sich vor Beginn der Erdarbeiten über die Lage der Leitungen zu informieren. Hierfür kann man zum Beispiel den örtlichen Netzbetreiber anfragen oder über ein Online-Leitungsauskunftsportal gehen wie die Bund-Länder-Initiative Leitungsauskunft (BIL). Dort erhält man kostenfrei, wie es auf der Internetseite heißt, eine Übersicht zu Ansprechpartnern und Notfallrufnummern. Doch Vorsicht: Alte Leitungskarten sind nicht immer präzise – besonders bei Leitungen, die älter als 50 Jahre sind.

Das gilt es zu beachten: Wer im Schutzbereich von Leitungen arbeitet, muss äußerste Vorsicht walten lassen. Hier dürfen keine schweren Baumaschinen, sondern stattdessen Handwerkzeuge wie Spaten, Schaufel oder Spitzhacke eingesetzt werden. Wenn Leitungen freigelegt werden, sollten Sie den Netzbetreiber beziehungsweise das Versorgungsunternehmen informieren. Bei Hochspannungs- oder Hochdruckleitungen gelten auch Fristen, außerdem sind Genehmigungen nötig.

So handele ich im Notfall: Werden unterirdische Leitungen unbeabsichtigt beschädigt, sollte man die Arbeiten sofort einstellen. Hilfreich ist es, den Bereich abzusperren und unverzüglich den zuständigen Netzbetreiber zu verständigen. Auch Feuerwehr und Polizei müssen unter Umständen informiert werden.

Diese Folgen drohen: Wer eine Leitung beschädigt, haftet in der Regel für die Reparaturkosten und Folgeschäden wie den Ausfall der Versorgung für Anwohner. Bei klassischen Schäden an Hausanschlusskabeln bewegen sich die durchschnittlichen Reparaturkosten laut Netze BW meist im mittleren bis oberen vierstelligen Bereich. Werden hingegen größere Kabel beschädigt, können sie rasch auf einen unteren fünfstelligen Betrag steigen.

Druckansicht