Hannah Arendt wird nahbar
Der 52. „frauenORT“ soll den Zugang zum Werk der politischen Denkerin erleichtern

Vor 120 Jahren wurde Hannah Arendt in Hannover-Linden geboren.Foto: Fred Stein Archive / LHH
Hannover. Wer verstehen will, warum Debatten über Macht, Freiheit und Verantwortung heute so aufgeladen sind, findet bei Hannah Arendt wichtige Denkanstöße. Viele ihrer Texte gelten jedoch als anspruchsvoll. Ein neuer „frauenORT“ soll deshalb helfen, ihr Werk zugänglicher zu machen und seine Bezüge zur Gegenwart sichtbar zu erklären.

Die Initiative „frauenORTE Niedersachsen“ macht seit 2008 das Wirken bedeutender Frauen im Land sichtbar. Sie erinnert an Frauen, die Wissenschaft, Kultur, Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft geprägt haben, und verbindet deren Lebensleistung mit Bildungsangeboten vor Ort. In Hannover steht nun Hannah Arendt im Mittelpunkt, die als Philosophin, Publizistin und politische Theoretikerin international bekannt wurde.

Der 52. „frauenORT“ wird am Sonntag, 28. Juni, ab 11 Uhr im Lichthof der Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße 12, eröffnet. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich auch an Interessierte, die Hannah Arendt bislang eher als schwierige Autorin wahrgenommen haben, sich aber für die Gegenwartsfragen interessieren, die ihr Werk aufwirft.

Die Landeshauptstadt würdigt Hannah Arendt mit einem Hinweisschild und will damit den Zugang zu einer Denkerin erleichtern, deren Fragen bis heute hochaktuell sind. Es geht um Macht und Verantwortung, um Freiheit, Demokratie und die Gefahr totalitärer Systeme – Themen, die nicht nur in Fachbüchern verhandelt werden, sondern in aktuellen gesellschaftlichen Debatten eine zentrale Rolle spielen.

Dass der neue „frauenORT“ in der Stadtbibliothek eröffnet wird, ist kein Zufall. Dort gibt es bereits einen Hannah-Arendt-Raum mit Fotos, Informationen und ausgewählten Zitaten. Künftig soll zusätzlich das Hinweisschild auf Arendt und den „frauenORT“ aufmerksam machen.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay erklärt dazu: „Ich freue mich sehr, dass wir diesen frauenORT hier in der Zentralbibliothek, die auch den Hannah-Arendt-Raum beherbergt, eröffnen. Damit stärken wir die Bibliothek als Ort der Demokratie, ganz im Sinne Arendts. Das ist gerade in diesen Zeiten ein wichtiges Zeichen und passt hervorragend zum Leitbild unserer Stadt!“

Zur Eröffnung sprechen unter anderem Niedersachsens Gleichstellungsminister Professor Andreas Philippi, Bürgermeisterin Monica Plate, die Vorsitzende des Landesfrauenrats, Barbara Hartung, sowie Mechthild Schramme-Haack vom Kuratorium der Initiative „frauenORTE“. Diana Häs gibt einen Impuls zu Arendts Theorie der Natalität. Die Musikschule der Landeshauptstadt Hannover begleitet die Veranstaltung musikalisch. RED
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