Soziale Versorgungsstelle für Suchtkranke
Stadt bündelt Hilfsangebote an der Herschelstraße. 46 Mikroappartements für obdachlose Männer.

Der Plan steht: Ilka Schimmelpfenning (von links, Leitung Stabsstelle Unterbringung Geflüchtete), OB Belit Onay, Sozialdezernentin Sylvia Bruns und Thomas Peschel (Leiter der Diamorphinambulanz) erläutern die Umbaupläne.Foto: Saskia Stöhr
Hannover. Bis Mitte 2025 wurden in der Bäckerfachschule Brötchen gebacken, ab Ende 2027 finden im Haus Herschelstraße 28 drogenabhängige und obdachlose Menschen eine neue Versorgungsstelle in der City. Neben der Diamorphinambulanz, seit 2009 in der Odeonstraße, gibt es an der Herschelstraße gegenüber der Ernst-August-Galerie dann auch Übernachtungsmöglichkeiten in 46 Mikroappartements für obdachlose Männer. Zehn Mini-Wohnungen davon sind für eine Kurzzeitdauer von maximal zwei Wochen vorgesehen, die restlichen 14-Quadratmeter-Appartements können Männer ohne Zeitbeschränkungen beziehen.

Zusammen mit der Anlaufstelle „Mecki 2.0“ an der Augustenstraße ab Frühjahr 2027 gibt es dann zwei zentral am Hauptbahnhof gelegene Versorgungsstellen für drogenabhängige und obdachlose Menschen. Das Besondere im Haus Herschelstraße: Die Stadt kann dort unterschiedliche Hilfesysteme in einem Gebäude zusammenführen – einmalig in Deutschland, so Thomas Peschel, Leiter der Diamorphinambulanz. Rund 100 Patienten betreuen er und seine Kollegin aktuell in der Odeonstraße, vor allem Crackabhängige.

Crack ist eine extrem süchtig machende Form von Kokain, die die Süchtigen körperlich schnell zerstört. „Gerade die Cracksucht führt schnell in die Obdachlosigkeit. Mit dem neuen Angebot können wir den Betroffenen eine Rückzugsmöglichkeit von der Szene geben“, sagt Peschel. Die Versorgungsmöglichkeit in der Odeonstraße sei allein schon wegen der fehlenden Barrierefreiheit nicht mehr zeitgemäß, so die Stadt. An der Herschelstraße können dann bis zu 150 Patienten versorgt werden, derzeit sind es 90.

Hilfe bietet die Stadt zudem obdachlosen Männern an. Die 46 Appartements – zehn sind für die Ambulanz reserviert – sind 14 Quadratmeter groß, haben ein eigenes Bad und eine eigene Küche. Im Erdgeschoss gibt es außerdem einen größeren Raum für die Straßensozialarbeit aus dem Bereich Suchthilfe. Die Stadt will dort Kontakt zu Menschen herstellen, die in der Ambulanz behandelt werden. Dort wird geklärt, welche Hilfe die Männer konkret benötigen.

Die neue soziale Versorgungsstelle an der Herschelstraße verteilt sich über insgesamt sechs Etagen aus zusammen rund 2500 Quadratmetern. Die Stadt hat mit dem Investor des Projektes einen Mietvertrag über 20 Jahre abgeschlossen. Die Umbauarbeiten, die der Investor trägt, beginnen in Kürze.

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