Der Fußball in Hannover würde sich im Wandel befinden, sagen drei städtische Vereine, die helfen wollen. Die Verantwortlichen des VfL Eintracht, des Turn-Klubb (TKH) und des SV Arminia sitzen im Geschäftszimmer des Rudolf-Kalweit-Stadions und erzählen von ihrer geplanten „Kinderfußballoffensive“. Indem sie ihre Kräfte bündeln, will sich das Trio für die Zukunft wappnen. Das große Ziel, das nach den Sommerferien mit Leben gefüllt werden soll: „Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, Fußball im Verein zu spielen.“
So mancher Club hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, wehrt sich gegen die Zusammenarbeit mit benachbarten Vereinen. Das Trio aus der Südstadt nicht. „Wir Vereine“, sagt VfL-Eintracht-Vizepräsident Günter Evert, „haben die Herausforderung, dass wir es alleine nicht mehr hinkriegen. Und von daher ist das Thema Kooperationen unglaublich wichtig.“ 2500 Mitglieder hat laut Geschäftsführerin Kathrin Battermann die Eintracht, rund 650 die Arminen, mehr als 10.000 der TKH, der zwar keine Fußballabteilung hat – und auch nicht haben will –, aber viele Kinder, vor allem Grundschüler, die vielleicht auch mal gegen den Ball treten wollen.
„Bei uns stehen aktuell 60 Kinder auf der Warteliste“, sagt Evert. „Als Fußballer blutet mir da das Herz.“ 40 Mannschaften kicken aktuell an der Hoppenstedtstraße. In vier D-Jugend-Teams sind es beispielsweise rund 90 Talente. „Der Trainer sagt, ich habe 24 Kinder. Und da du nicht so gut bist und der 25. bist, musst du warten“, erzählt Evert. Da die Eintracht eben nur drei Plätze zur Verfügung hat, könne der Verein auch keine fünfte D-Jugend aus dem Boden stampfen.
Und genau hier kommen die Arminen und ihre Infrastruktur ins Spiel, mit den drei Rasenplätzen, die mit sechs Teams nicht ausgelastet sind.
„Wir sind hier ehrenamtlich engagiert und brauchen einfach Men- und Womenpower, insbesondere, wenn jetzt noch weitere Mannschaften hinzukommen“, sagt Sebastian Knust, stellvertretender Vorsitzender bei den Blauen. Und freut sich darauf, dass es vorangehe, „damit hier nicht bald die Rollläden runtergehen. Das ist eine Chance für Arminia, einen Schritt weiterzukommen“, sagt Knust.
Am Ende sollen alle Seiten profitieren. „Unsere Mitglieder können in einer Spielgemeinschaft zusammen bei der Eintracht kicken“, sagt TKH-Vorsitzender Hajo Rosenbrock. Und: „Wir kümmern uns über die Grundschulliga, wo wir ja schon mit der Per-Mertesacker-Stiftung kooperieren, um die Pädagogik und die Anstellung eines hauptamtlichen Trainers.“
Verbunden mit der Idee, dass da noch mehr daraus entstehen könne. Bislang sprechen sie eine gemeinsame Sprache, weil sie gemeinsame Ziele haben. „Es wird ja nicht alles gut gehen, aber wenn man lernt, dass man die Konflikte durchsteht, wenn man keinen Futterneid hat, wäre es doch töricht, wenn man es nicht gemeinsam versuchen würde“, sagt Rosenbrock.
Die Eintrachtler planen, sich mit ihren beiden Platzwarten auch an der Herrichtung der drei Rasenplätze am Bischofsholer Damm zu beteiligen. Schon so manches Mal sei der Aufsitzrasenmäher durch die Eilenriede getuckert, erzählt Evert. Damit schon bald alle kicken können, die kicken wollen.