Weniger Besucher, höhere Kosten
Zoo Hannover investiert vier Millionen Euro trotz 2,3-Millionen-Defizit / Eintrittspreise bleiben aber vorerst stabil

Teuer in der Unterhaltung: Der ZooHannoverbietet unter anderem Bootsfahrten auf demSambesi an. Foto: ZooHannover/Martin Bargiel
Hannover. Weniger Besucher und Besucherinnen sowie höhere Personalkosten: Das Minus des Zoos Hannover ist im vergangenen Jahr auf gut 2,3 Millionen Euro angewachsen – ausgeglichen wird es durch einen Griff in die Kapitalrücklage des Tierparks. Geschäftsführer Andreas Casdorff spricht von einem „herausfordernden Jahr“, das hinter dem Zoo liege. Immerhin: Die Eintrittspreise steigen in absehbarer Zeit nicht. Der Preis für ein Tagesticket für Erwachsene liegt zurzeit zwischen gut 17 Euro im Vorverkauf und etwas mehr als 30 Euro an der Tageskasse.

Der Zoo hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 491.000 Tageskarten verkauft – 2024 waren es noch knapp 529.000 Tickets. Mit dem Tagesticketverkauf erlöste der Zoo gut 9,9 Millionen Euro, im Vorjahr waren es rund 10,8 Millionen Euro, also etwa 900.000 Euro mehr.

Die Zoo-Gastronomie, die in der Zoo Hannover Service GmbH zusammengefasst ist, blieb ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Statt eines prognostizierten Überschusses von knapp 250.000 Euro machte die Service GmbH ein Minus von 185.000 Euro. Dies sei wesentlich auf die geringeren Besuche im Zoo sowie die Aufwendungen durch die Sanierung des Parkdecks zurückzuführen, das ebenfalls zur Service GmbH gehört.

Für die negative Jahresbilanz führt Casdorff als Hauptfaktor die allgemeine Konsumzurückhaltung an– in der Landeshauptstadt insbesondere verursacht durch die Krise des Automobilstandorts Hannover. Die Umsatzerlöse sind nach seinen Angaben um 5,8 Prozent gesunken. „Die Wirtschaftskrise hat auch den Zoo Hannover erreicht“, sagt er.

Andererseits habe der Zoo auch knapp eine Million Euro mehr an Personalkosten aufwenden müssen – eine Folge der Mindestlohnerhöhung und von Tarifsteigerungen. Auf gut 4 Millionen Euro summierten sich demnach 2025 die Ausgaben. Beim Zoo Hannover arbeiten rund 490 Beschäftigte.

Positiv: Im vergangenen Jahr konnte der Zoo seine Rolle als Bildungs- und Artenschutzinstitution weiter stärken. Mehr als 73.000 Schülerinnen und Schüler haben die Anlage mit ihren Angeboten zur Bildung für nachhaltige Entwicklung besucht. Als außerschulischer Lernort vermittelt der Zoo Wissen über Biodiversität, nachhaltiges Handeln und globale Zusammenhänge.

2026 wird der Zoo wieder den Schulwettbewerb „Zoo-Artenschutzpreis ZAP!“ ausschreiben. Unterstützt vom Niedersächsischen Kultusministerium, zielt der Wettbewerb darauf ab, Schülerinnen und Schüler für den Artenschutz zu sensibilisieren und ein entsprechendes Engagement zu fördern. Die Region Hannover ist Trägerin des Zoos Hannover und hat den Geschäftsbetrieb im vergangenen Jahr mit 2,8 Millionen Euro bezuschusst. Nicht die einzige Finanzspritze: Knapp 2 Millionen Euro gab es für verschiedene Bauprojekte wie Sambesi Nord (gut eine Million Euro), die Elefantenlaufhalle (890.000 Euro) und die Photovoltaikanlage des Parkdecks (39.000 Euro). Insgesamt investierte der Zoo rund 4 Millionen Euro in die Attraktivitätssteigerung seiner Anlagen. Rund 1,8 Millionen Euro an Eigenmitteln wurden dafür nach Angaben Castroffs aufgewendet.

Zu den neuen Projekten zählt auch das Schildkrötenhaus, das der Zoo im August fertigstellen möchte – dann kommen die Riesenschildkröten zurück aus Hamburg, wohin sie ausgeliehen sind. Beim Elefantenhaus beginnt der Hochbau, Fertigstellung soll Anfang 2028 sein. Auch für das neue Giraffenhaus reifen die Pläne: Im Herbst wird das alte Haus abgerissen, das neue soll Ende 2027 zur Verfügung stehen.

Giraffendame Niobe ist seit Februar im Zoo Frankfurt untergebracht. Nach dem Tod von Giraffe Jamila als Folge eines schweren Sturzes im gleichen Monat hat der Zoo Hannover damit zurzeit keine Giraffen. Die Haltung soll nach dem Neubau der Anlage aber fortgesetzt werden. Auch eine Zucht ist dann möglich.

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