Vom 20. bis 28. Juni verwandelt sich das Messegelände Hannover erneut in eine riesige Experimentier- und Erlebniswelt. Mehr als 800 Mitmach-Exponate, über 900 Workshops und rund 100.000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche sollen zeigen, wie vielfältig technische Berufe und wissenschaftliche Themen heute sind. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Zuschauen, sondern das Ausprobieren.
Einen ersten Eindruck davon vermittelte jetzt eine Pressekonferenz im NDR Landesfunkhaus Niedersachsen. Zehn Aussteller präsentierten dort beispielhaft einige ihrer Exponate. Dabei wurde deutlich, wie breit das Spektrum der IdeenExpo inzwischen geworden ist: von Robotik und Mobilität über Energieversorgung und Medienproduktion bis hin zu Chemie, Umwelttechnik und Luftfahrt.
„Die Mitmach-Exponate sind das Herzstück der IdeenExpo. Hier wird Technik nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erlebbar“, sagte Dr. Volker Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der IdeenExpo GmbH. Besonders wichtig sei dabei der direkte Austausch mit Auszubildenden, Studierenden und jungen Fachkräften, die Jugendlichen authentische Einblicke in Ausbildung und Berufsalltag geben könnten.
Zu den auffälligsten Exponaten zählt ein humanoider Roboter von NiedersachsenMetall. Die Metall- und Elektroindustrie will damit zeigen, wie sich Robotik weiterentwickelt. Künftig könnten solche Systeme etwa in gefährlichen Arbeitsumgebungen oder schwer zugänglichen Bereichen eingesetzt werden. Ergänzt wird der Auftritt durch weitere Mitmachangebote rund um Technik und Berufswahl.
Volkswagen setzt auf einen „Live Autobau“. Besucherinnen und Besucher können dabei Komponenten eines ID.7 selbst montieren und demontieren. Unterstützt werden sie von Auszubildenden, die gleichzeitig Einblicke in ihre Ausbildung geben. Die Autostadt beschäftigt sich dagegen mit der Mobilität der Zukunft und zeigt Modelle für neue Verkehrsräume und nachhaltige Fortbewegung.
Die Salzgitter AG verbindet virtuelle Technik mit Industriegeschichte und Transformation. Mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen können Jugendliche durch ein digital nachgebautes Stahlwerk laufen oder eine simulierte Brandbekämpfung erleben. Gleichzeitig informiert das Unternehmen über den Umbau hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion.
Wie Medien entstehen, zeigt der NDR. Auszubildende erklären dort unter anderem Kameratechnik, Produktion und redaktionelle Abläufe. Ergänzend bietet die „tagesschau“ Workshops an, in denen Journalistinnen und Journalisten über ihre Arbeit berichten.
Auch klassische Naturwissenschaften spielen eine Rolle. Der Verband der Chemischen Industrie präsentiert Saatgut-Tabletten, die chemische Prozesse und Pflanzenwachstum verbinden. Der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie wiederum informiert über Tiefengeothermie, Energiespeicher und moderne Materialforschung. Der Technologiekonzern ZF präsentiert unterdessen Exponate rund um vernetzte Fahrwerktechnik und moderne Mobilitätssysteme.
Besonders ungewöhnlich ist der Beitrag der Haupt- und Realschule Eschershausen. Schülerinnen und Schüler haben dort einen Hängegleiter nachgebaut und das Fliegen gelernt. Dafür zerlegten sie zunächst ein altes Fluggerät, entwickelten eigene Baupläne und konstruierten anschließend ein neues Modell. Mit ihrem Projekt steht die Schule im Finale des Wettbewerbs „Ideenfang“, dessen Sieger während der IdeenExpo gekürt werden.
Auch die Bundeswehr ist neben großen Konzernen und Institutionen erneut vertreten und präsentiert technische Anwendungen sowie Karrierewege. Kritiker sehen Auftritte der Streitkräfte auf Jugendveranstaltungen jedoch seit Jahren kontrovers, zumal sich die IdeenExpo ausdrücklich an Minderjährige richtet.
Mit ihrem Mix aus Festivalatmosphäre, Berufsorientierung und Wissenschaft zum Anfassen hat sich die IdeenExpo nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren zu einer der größten Jugendveranstaltungen Deutschlands entwickelt. Das Ziel bleibe dabei, junge Menschen frühzeitig für MINT-Themen zu begeistern und ihnen konkrete Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.