Hannovers erstes Jugendparlament wird zwischen Montag, 21. September 2026, 8 Uhr, und Samstag, 26. September 2026, 18 Uhr, gewählt. Zumindest aller Voraussicht nach. Denn der Rat der Stadt Hannover hat die Satzung des Jugendparlaments zwar schon beschlossen, der Wahlordnung muss er allerdings noch zustimmen. Die Zustimmung wird für die kommende Ratssitzung Ende Mai erwartet.
Wie läuft die Wahl ab?Die Wahl für das Jugendparlament ist eine reine Onlinewahl. Demnach gibt es keine klassischen Wahlzettel und -urnen. Alle wahlberechtigten Jugendlichen erhalten eine Wahlbenachrichtigung per Post, mit der sie online an der Wahl teilnehmen können. Es wird aber auch Wahllokale in den städtischen Jugendzentren geben, an denen Jugendliche bei der Onlinewahl unterstützt werden.
Wer kann das Jugendparlament Hannover wählen?Wahlberechtigt sind alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Hannover zwischen zwölf und 20 Jahren. Das sind rund 38.000 Menschen.
Wer kann für das Jugendparlament kandidieren?Kandidieren können alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die am Stichtag, 21. September, zwischen 13 und 19 Jahre alt sind. Sie müssen seit mindestens drei Monaten in Hannover mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet sein. Außerdem können sich auch Jugendliche zur Wahl stellen, die im Umland Hannovers wohnen, aber in Hannover zur Schule gehen, eine Ausbildung machen, studieren oder Ähnliches. Ihre Stimme dürfen allerdings nur Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Hannover abgeben. Gewählt werden 25 Mitglieder des Jugendparlaments.
Wie stellt man sich zur Wahl?Wer kandidieren möchte, muss sich bis 13. August aufstellen. Dazu wird es im Sommer auf hannover.de ein Formular geben, das per E-Mail einzureichen ist. Minderjährige benötigen die Unterschrift von beiden Sorgeberechtigten, um kandidieren zu können. Weitere Informationen zur Kandidatur und der Wahl insgesamt erhalten Interessierte nach einer E-Mail an jupawahl@hannover-stadt.de.
Wie viel Arbeit kommt auf die Mitglieder im Jugendparlament zu?Das Jugendparlament soll ab November monatlich tagen. Zudem werden Mitglieder des Jugendparlaments in zwei Dritteln der Ratsausschüsse als beratende Mitglieder vertreten sein. Ein Arbeitsaufwand von rund drei Stunden pro Woche sei realistisch, sagt Stadtjugendpfleger Mathias Pohl.
Hat das Gremium auch Entscheidungsgewalt?Die Mitglieder des Jugendparlaments haben als beratende Mitglieder in den städtischen Ausschüssen ein Rede- und Antragsrecht. Sie können also eigene Anträge in die Sitzungen einbringen, über die die Kommunalpolitikerinnen und -politiker abstimmen. Stimmberechtigt sind die Jugendlichen aber nicht. Und auch im Rat sind keine Mitglieder des Jugendparlaments vertreten.
Jugendparlamente gibt es doch schon lange – warum bekommt Hannover erst jetzt eins?Tatsächlich sind Jugendparlamente in kleineren Kommunen deutlich verbreiteter als in Großstädten. Dennoch hatte sich schon 2022 eine Initiative von Jugendlichen für ein Jugendparlament in Hannover starkgemacht.
Vier Jahre hat es gedauert, bis die Initiative und die Verwaltung gemeinsam eine Satzung erarbeitet haben, die dann durch die politischen Gremien gegangen ist.
Viele Engagierte aus der Initiative sind inzwischen selbst zu alt, um für das Parlament zu kandidieren. Aus der Initiative heraus ist aber inzwischen ein Förderverein entstanden.