Richtfest für neue Grundschule
am Mengendamm gefeiert
Mit Holzbau, offenen Lernlandschaften und viel Platz für Ganztagsbetreuung entsteht in der List
bis 2027 ein moderner Schulstandort für kommende Generationen

Hannover. Zwischen Baugerüsten, Holzbalken und frisch gegossenem Beton wurde nicht nur Richtfest gefeiert, sondern auch ein Stück Zukunft vergraben: Mit dem symbolischen Versenken einer Zeitkapsel hat die Landeshauptstadt Hannover einen besonderen Meilenstein beim Neubau der Grundschule Mengendamm begangen.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Schule, Planung und Handwerk feierten Oberbürgermeister Belit Onay, Stadtbaurat Thomas Vielhaber und Bildungsdezernentin Eva Bender den Fortschritt des Großprojekts im Stadtteil List. Rund 50 Millionen Euro investiert die Stadt in den neuen Schulstandort.

Da es zu Beginn der Bauarbeiten keine klassische Grundsteinlegung gegeben hatte, wurde dieser symbolische Moment nun nachgeholt. Die Zeitkapsel, gefüllt mit Dokumenten, Plänen und zeittypischen Gegenständen, soll eine Verbindung zwischen Gegenwart und Zukunft schaffen.

„Die Zeitkapsel ist mehr als ein Symbol“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay. Sie sei ein Gruß an kommende Generationen und stehe für den Anspruch, nachhaltig, inklusiv und zukunftsorientiert für Kinder zu bauen.

Bis 2027 soll das neue Schulgebäude fertiggestellt werden. Anschließend folgen in weiteren Bauabschnitten eine neue Sporthalle, Fahrradabstellanlagen und die Gestaltung der Außenflächen. Komplett abgeschlossen werden die Arbeiten voraussichtlich 2029.

Entstehen soll eine moderne vierzügige Grundschule mit Ganztagsangebot. Im Mittelpunkt des pädagogischen Konzepts stehen sogenannte Lerncluster im Erdgeschoss: Vier Klassenräume gruppieren sich jeweils um offene Lernbereiche, die gemeinsames Arbeiten und flexible Unterrichtsformen ermöglichen. Ergänzt wird das Raumkonzept durch Fachräume, eine Aula für rund 200 Personen sowie eine Mensa. Im Obergeschoss entstehen unter anderem eine Bibliothek, Verwaltungsräume und ein Informatikbereich.

Bildungsdezernentin Eva Bender betonte die Bedeutung moderner Lernumgebungen. Das offene Clusterprinzip, zusätzliche Differenzierungsräume und direkte Zugänge ins Freie schafften optimale Bedingungen für zeitgemäßen Unterricht.

Auch architektonisch setzt das Projekt auf Nachhaltigkeit. Der Neubau wird überwiegend in Holzbauweise errichtet und erfüllt hohe ökologische Standards. Geplant sind unter anderem Photovoltaikanlagen, begrünte Dächer zur Regenwasserspeicherung sowie der Einsatz von Recyclingmaterialien. Das Gebäude soll den KfW-40-Standard erfüllen und nach dem Qualitätssiegel Nachhaltige Gebäude zertifiziert werden.

Großen Wert legt die Stadt außerdem auf Barrierefreiheit. Vorgesehen sind unter anderem ein Blindenleitsystem, barrierefreie Zugänge, ein Aufzug sowie besondere Akustikstandards und inklusive Raumkonzepte.

Damit der Schulbetrieb während der Bauzeit weiterlaufen kann, erfolgt das Projekt in mehreren Etappen. Zunächst entsteht das neue Schulgebäude im nördlichen Teil des Geländes. Nach dem Umzug der Schule wird das bestehende Gebäude abgerissen. Anschließend soll dort eine moderne Zweifeld-Sporthalle mit Tribüne entstehen, die später auch von Vereinen genutzt werden kann. RED
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