Bewässerung wird eingeschränkt
Regeln für die Beregnung gelten ab 1. Juni –
Zwei Fördertöpfe unterstützen bei der Anpassung an den Klimawandel

Region Hannover. Zum Schutz des Grundwassers schränkt die Region Hannover auch in diesem Sommer die Beregnung an besonders warmen Tagen zeitlich ein. Wie im vergangenen Jahr dürfen vom 1. Juni bis zum 30. September in der Zeit von 11 bis 17 Uhr und ab einer Temperatur von 27 Grad land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, öffentliche und private Grünflächen wie Parks und Gärten sowie Sportanlagen nicht beregnet werden. Maßgeblich für das Inkrafttreten bleiben die Temperaturdaten der Flughafen-Wetterstation Langenhagen. Erlaubt bleiben klimaangepasste Bewässerungstechniken in der Landwirtschaft, etwa Tröpfchenbewässerung oder Düsenwagen, sowie punktgenaue Beet- und Baumbewässerungen – unabhängig von Tageszeit und Temperatur. Auch die Nutzung von gespeichertem Regenwasser, etwa aus Zisternen, ist jederzeit möglich.Umweltdezernent Jens Palandt erläutert dazu: „Das Jahr 2025 war im Vergleich zum langjährigen Mittel deutlich zu trocken – mit spürbaren Auswirkungen auf die Grundwasserstände. Die Grundwassersituation in der Region Hannover bleibt also kritisch. Deshalb sind die Regeln für die Beregnung im Sommer weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer Wasserstrategie, damit auch in den kommenden Jahrzehnten ausreichend Wasser für alle da ist. Die Einschränkungen sind so moderat wie möglich und beschränken sich auf Zeiträume, an denen die Verdunstungsverluste am höchsten sind.“

Nach Angaben der Regionsverwaltung haben sich die Regelungen in den vergangenen Jahren bewährt. Die Erfahrungen und Gespräche mit Sportvereinen und landwirtschaftlichen Betrieben hätten gezeigt, dass die Vorgaben überwiegend akzeptiert würden und praktikabel seien. Kontrollen sollen in diesem Jahr verstärkt auch an Wochenenden stattfinden. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden. „In den vergangenen drei Jahren sind wir mit aufklärenden Gesprächen ausgekommen. Das ist auch in diesem Jahr das Ziel“, so Palandt.

Um die Landwirtschaft und Beregnungsverbände aber auch Kommunen und Einwohnerinnen und Einwohner beim nachhaltigen Umgang mit Grundwasser zu unterstützen, hat die Region Hannover die Förderrichtlinie „Grundwasser“ auf den Weg gebracht. Der zuständige Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz hat der Richtlinie bereits zugestimmt, eine Entscheidung durch die Regionsversammlung steht am 19. Mai an.

Die Region will mit der neuen Förderrichtlinie Maßnahmen fördern, die der Klimaanpassung dienen und einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Grundwasser unterstützen. Dazu zählen beispielsweise das Speichern von Niederschlagswasser, der Bau von Kleinstauanlagen und das Umstellen auf effiziente Beregnungstechniken. Die Höchstförderung beträgt 50.000 Euro pro Projekt, in diesem Jahr stehen insgesamt 600.000 Euro bereit. Die Region berät Interessierte unter gewaesserschutz@region-hannover.de zur Antragsstellung. Um Sportvereine und Kommunen zu unterstützen, setzt die Region Hannover ihre Förderrichtlinie „Klimafolgenanpassung“ fort und stellt dafür auch in diesem Jahr eine Million Euro bereit. Die Region unterstützt Projekte zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels. Dazu zählen etwa Maßnahmen, die die Grundwassernutzung in den Sommermonaten reduzieren – beispielsweise Sportplatzbeläge ohne Bewässerungsbedarf, intelligente Bewässerungssysteme oder Zisternen zur Regenwasserspeicherung. Ebenso förderfähig sind beispielsweise die Entsiegelung und Begrünung von Flächen sowie Beschattungsmaßnahmen.

Die Höchstfördersumme beträgt 50.000 Euro je Projekt. Antragsberechtigt sind Kommunen und kommunale Tochterunternehmen sowie alle eingetragenen Sportvereine, die dem Stadtsportbund Hannover oder dem Regionssportbund Hannover angehören.

Alle Informationen und Beispiele für bereits umgesetzte Projekte gibt es unter hannover.de/klimaanpassungsrichtlinie-region. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Wassernutzung sind unter hannover.de/wassernutzung abrufbar. RED
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