Kraftakt an der Wand
Dennis Nowag ist bei „Ninja Warrior Germany“ dabei – und will bei der TV-Show den Parcours bezwingen

Kandidat aus Hannover: Kletterfan Dennis Nowag nimmt an der diesjährigen Ausgabe von Ninja Warrior Germany teil.Foto: Nancy Heusel

Fast mühelos erklimmt Dennis Nowag die bis zu 16 Meter hohe Kletterwand der Kletterbar Hannover, einer Trainingshalle im Stadtbezirk Nord. Er setzt die Füße gezielt auf die kleinen roten Vorsprünge und zieht sich dann mit den Armen hoch. Nahe seiner Hüfte baumelt ein kleines Säckchen mit weißem Chalk-Pulver. Nach ein paar Griffen und Tritten stoppt Nowag immer wieder, um das Sicherungsseil nachzuziehen und in einen der Karabiner einzuhaken, die alle paar Meter an der Wand angebracht sind.

Jede Bewegung wirkt perfekt, souverän. Es ist offensichtlich, dass die Kletterhalle sein Ding ist. Ende Mai aber will sich der 35-jährige Hannoveraner einer neuen Herausforderung stellen: Er will den Parcours der Fernsehshow „Ninja Warrior Germany“ bezwingen. Darin müssen Athletinnen und Athleten Kraft, Ausdauer und Geschick beweisen, um am schnellsten den Buzzer im Ziel zu erreichen. Oder zumindest nicht in den Wassergraben zu fallen.

„Ich kann kaum noch abwarten, dass es endlich losgeht“, sagt Nowag. Wegen der Fernsehaufzeichnung sei er bereits nervös. Er stehe nicht so gern im Mittelpunkt, sagt er. Doch ihn reize die Herausforderung – sowohl die sportliche als auch die, aus der eigenen Komfortzone herauszukommen. Vor ein paar Jahren habe er sich schon einmal beworben, sei damals aber abgelehnt worden. Während eines Spaziergangs im Oktober, bei dem er seine heutige Freundin kennenlernte, sei das Thema wieder aufgekommen: „Sie meinte, wenn wir das zusammen machen, dann wird das klappen“, erzählt Nowag – und sie sollte Recht behalten. Anfang des Jahres erhielt er die Zusage für die Show. „Da bin ich innerlich explodiert vor Freude.“

Seither bereitet sich Nowag intensiv auf seinen Lauf im Parcours vor. Jeden Tag steht er um fünf Uhr auf, startet um sechs Uhr in die Schicht als Logistiker und geht anschließend direkt zum Training. Geplant seien sechs Einheiten pro Woche – viermal im Fitnessstudio und zweimal in der Kletterhalle. „Meistens werden es dann aber doch sieben, weil ich die Füße nicht stillhalten kann“, sagt er. Für das straffe Pensum müssten Freunde und Familie auch immer wieder zurückstecken, was schon häufiger zu „ein bisschen Streit“ geführt habe. „Aber das ist jetzt so eine einmalige Sache. Da will ich durchziehen.“

Wenn Nowag spricht, wirkt er nicht, als könne ihn etwas aus der Ruhe bringen: Er sitzt entspannt nach vorn gelehnt da, die kräftigen Arme auf den Beinen abgestützt. Der Blick ist freundlich, mitunter ein wenig unsicher, die Antworten sind kurz und eher zurückhaltend. Es gibt nur wenige kleine Momente, in denen ein Lächeln aus ihm hervorblitzt. Etwa wenn er von seiner Faszination für den Klettersport spricht. Den habe er vor rund vier Jahren durch die Freundin seines Cousins kennengelernt, die zu der Zeit in der Kletterbar arbeitete. „Es hat mich direkt gepackt“, sagt Nowag rückblickend über seinen ersten Besuch. Vorher habe er aber „natürlich“ auch schon Sport gemacht. Bereits als Kind lernte er auf dem Steinhuder Meer Windsurfen und später Kitesurfen.

Am 22. Mai ist es so weit: Der Vorlauf von Nowag wird in den MMC Studios in Köln aufgezeichnet. Welche Hindernisse ihn dort erwarten, erfährt er erst vor Ort. Er hofft auf möglichst viele Stationen, an denen er lange hängen muss, gern auch einarmig. Balancieren falle ihm hingegen schwer. Sein Ziel ist klar: „Natürlich buzzern. Und einfach dabei sein. Und nicht beim ersten Hindernis abkacken.“ Er wolle ja niemanden enttäuschen. Um zu erfahren, ob Nowag das schaffen wird, ist noch etwas Geduld nötig. Denn die neue Staffel von „Ninja Warrior Germany“ wird voraussichtlich erst im Herbst ausgestrahlt. Der genaue Sendestart steht noch nicht fest.

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